netzeitung.deArabische Liga ruft zum Dialog auf

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Proteste gegen Mohammed-Karikaturen in Teheran (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Proteste gegen Mohammed-Karikaturen in Teheran
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Die von den Protesten gegen Mohammed-Karikaturen betroffenen Länder sind um Schadensbegrenzung bemüht. Die Arabische Liga rief zum Dialog auf; und die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» erwägt eine gemeinsame Erklärung mit Imamen.

Die Organisation der Arabischen Staaten hat nach den gewalttätigen Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen zur Mäßigung aufgerufen. Das Generalsekretariat der Arabischen Liga äußerte am Montag in Kairo in einer Erklärung Besorgnis über den Aufruhr und die Anschläge auf diplomatische Vertretungen.

«Trotz der Veröffentlichung beleidigender Bilder des Propheten des Islam, Mohammed», müssten die Muslime Selbstdisziplin üben, hieß es weiter. Der Dialog müsse die Oberhand gewinnen und nicht die Gewalt.

Die Liga forderte außerdem «ein Ende der Beleidigungen des Islam und der Geringschätzung der muslimischen Gläubigen». Gleichzeitig müsse Abstand genommen werden von Reaktionen (auf die Veröffentlichung der Karikaturen in europäischen Zeitungen), die es erschwerten, einen Dialog zu führen.

Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» erwägt unterdessen offenbar eine gemeinsame Erklärung mit dänischen Imamen zu den umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Chefredakteur Carsten Juste sagte im dänischen Rundfunk, ein entsprechender Vorschlag von muslimischer Seite sei «ganz bestimmt bedenkenswert».

Pariser Redaktion wegen Bombenalarm geräumt
Ein Sprecher der Islamischen Glaubensgemeinschaft hatte zuvor vorgeschlagen, dass «Jyllands-Posten» sich gegenüber Muslimen in einer gemeinsamen Erklärung «unzweideutig» für die Veröffentlichung der Karikaturen vor vier Monaten entschuldigt. Umgekehrt würden die Imame zur Beendigung der Proteste aufrufen.

Wegen eines Bombenalarms musste derweil die Redaktion der Pariser Zeitung «France Soir» evakuiert werden. Das Blatt hatte am vergangenen Mittwoch die umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen als erste in Frankreich nachgedruckt. Das Gelände sei von der Polizei abgeriegelt worden, Suchhunde seien im Einsatz, hieß es.

Aktuelle Stunde
In Deutschland soll der Karikaturenstreit nach dem Willen der Grünen am Donnerstag den Bundestag beschäftigen. Grünen-Fraktionsvorsitzender Fritz Kuhn erklärte, die Parlamentarier hätten die Debatte unter dem Titel «Beitrag der deutschen Politik zur Deeskalation des Konfliktes um den Karikaturen-Streit» beantragt.

Die Protestaktionen in der islamischen Welt gegen die Mohammed-Karikaturen haben am Montag erste Menschenleben gefordert. In Afghanistan starben drei Demonstranten und in Libanon einer. In Teheran war für den Abend eine Großdemonstration im Botschaftsviertel angekündigt. Zuvor hatten Demonstranten versucht, die österreichische Botschaft in Brand zu setzen.

Aufgebrachte Muslime demonstrierten auch in Iran, Ägypten, Indonesien, Thailand, Indien, in den Philippinen und in den Palästinensergebieten gegen die Karikaturen. In der Stadt Gaza attackierten Dutzende Palästinenser wieder das seit Tagen geschlossene EU-Büro. (nz)