Hintergrund: Das islamische Bilderverbot
06.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Dennoch gab es Zeiten in der Geschichte des Islam, in denen bestimmte bildliche Darstellungen regelrecht florierten. In der älteren islamischen Kunst des Osmanischen Reiches etwa wurde Mohammed oft gezeichnet, allerdings mit verdecktem Gesicht verschleiert oder mit hell erleuchtetem, nicht erkennbaren Gesicht.
In der westlichen Welt gab es lange Zeit auch unbeabsichtigte Verstöße gegen das Bilderverbot so warb 1928 ausgerechnet eine deutsche Firma für Fleischextrakte mit Sammelbildchen zur Geschichte des Propheten.
Den derzeitigen Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen werten Islamexperten weniger als Ärger über einen Verstoß gegen das Bilderverbot als über die Gleichstellung Mohammeds mit dem Terrorismus. In einer der Karikaturen wird der Prophet mit einer Bombe als Turban gezeigt.
Das Bilderverbot ist auch im Christentum bekannt. Mit dem Gebot, sich kein Bild zu machen, sollte die Gefahr des Götzendienstes gebannt werden. Doch seit der Spätantike sind bildliche Darstellungen im Christentum üblich, bestes Beispiel ist der von Michelangelo gemalte Gottvater in der Sixtinischen Kapelle in Rom. (nz)

