03. Feb 2006 18:37, ergänzt 21:41
Mit scharfer Kritik hat die US-Regierung auf die Nachdrucke der umstrittenen Mohammed- Karikaturen in einigen Medien reagiert. Diese seien «beleidigend», sagte ein Sprecher.
Die US-Regierung hat die Veröffentlichung von Mohammed- Karikaturen in europäischen Zeitungen als «beleidigend» kritisiert. Anti-muslimische Bilder seien ebenso inakzeptabel wie anti-jüdische oder anti-christliche, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums Sean McCormack am Freitag. Zur Demokratie gehörten neben der Meinungsfreiheit auch Aspekte wie die Förderung von Verständnis und der Respekt von Minderheitenrechten.Auch der britische Außenminister Jack Straw kritisierte die Zeitungen scharf. «Der Nachdruck dieser Zeichnungen ist beleidigend und respektlos», sagte er. In jeder Religion gebe es Tabus und die Medien müssten dafür Respekt zeigen. Der Außenminister lobte die britischen Medien: Diese hätten große «Zurückhaltung und Sensibilität» bei ihrer Entscheidung gezeigt, die Karikaturen nicht zu drucken.
In London gingen am Freitag erstmals Hunderte von Muslimen gegen die Veröffentlichungen auf die Straße. Nach dem Freitagsgebet in einer Moschee im Norden Londons trafen sich die Demonstranten und marschierten zur dänischen Botschaft in der Innenstadt.
Der französische Präsident Jacques Chirac rief die Medien und Bürger zu einem verantwortungsbewusstem Handeln auf. Frankreich sei ein laizistisches Land, das alle Religionen und Glaubensgemeinschaften achte, sagte Chirac nach einem Gespräch mit dem Rektor der Pariser Moschee, Dalil Boubakeur. Doch alle Menschen müssten «Verantwortung, Achtung und Augenmaß» zeigen, «um alles zu vermeiden, was die Überzeugungen anderer verletzen kann». (nz)