02.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Al Aksa-Kämpfer.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein Deutscher ist im Westjordanland von Palästinensern entführt und kurz darauf wieder befreit worden. Zuvor hatten militante Organisationen wegen der Mohammed- Karikaturen mit der Verschleppung von Europäern gedroht. Thema: Mohammed-Satire Schäuble verteidigt Mohammed-Satire Türken auf Distanz zu Gewalt-Aufrufen Islamisten fordern Schließung von EU-Büros Inlandspresse mahnt Muslime zu Zurückhaltung Tausende protestieren gegen Karikaturen
Der Konflikt um die Mohammed- Karikaturen hat sich am Donnerstagabend weiter verschärft. Zwei bewaffnete Palästinenser entführten im Westjordanland nach Angaben von Augenzeugen einen Deutschen aus einem Café in Nablus. Wie die palästinensische Polizei mitteilte, wurden die Kidnapper kurz darauf gestellt und der Mann befreit.
Al Aksa-Brigaden bestreiten VerantwortungMilitante Palästinenser hatten zuvor mit der Entführung von Europäern gedroht. Ein Sprecher der Al-Aksa-Brigaden sagte, seine Organisation durchsuche bereits Wohnungen im Autonomiegebiet. Hotelbesitzer seien aufgefordert worden, Staatsbürgern aus den Ländern Frankreich, Dänemark, Norwegen und Deutschland keine Unterkunft zu gewähren. Die Europäer hätten 72 Stunden Zeit, die Autonomiegebiete zu verlassen, erklärten die Extremisten.
Allerdings distanzierten sich die Al Aksa-Brigaden von der Entführung. «Unverantwortliche Elemente» hätten den Mann verschleppt, hieß es in einer Erklärung.
EU-Büro geschlossenDie Europäische Union hatte nach Übergriffen ihre Vertretung im Gazastreifen wegen des sich verschärfenden Streits um die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen geschlossen. Es sei zunächst kein Termin bekannt, wann die Arbeit wieder aufgenommen werde, sagte ein EU-Mitarbeiter am Donnerstag in Gaza.
Auslöser des Streits sind Karikaturen, die zunächst in einer dänischen Zeitung veröffentlicht worden waren und später auch von Medien in anderen Ländern abgedruckt wurden. Auf einer der Zeichnungen ist der Prophet Mohammed mit einer Bombe im Turban dargestellt. (nz)