22.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ausländer müssen Holländisch sprechen
Ausländische Immigranten sollen sich auf den Straßen der niederländischen Städte künftig nicht mehr in ihren Sprachen unterhalten dürfen. Sonst fühlten sich die Einheimischen unwohl, glaubt die zuständige Ministerin.
Die niederländische Einwanderungsministerin Rita Verdonk sorgt erneut mit einem Vorschlag zur Integration von Ausländer für Aufsehen: Sie will Ausländer dazu verpflichten, in der Öffentlichkeit nur noch Holländisch zu reden. Auf einem Kongress ihrer rechtsliberalen Partei sagte die Ministerin am Wochenende in Rotterdam, dass sie einen entsprechenden Verhaltenskodex für alle Bürger einführen wolle.
Als Grundlage nannte Verdonk die Werte und Normen der Niederlande. Dazu gehöre auch, auf der Straße Holländisch zu sprechen. Viele niederländische Bürger fühlten sich unwohl, wenn sie unterwegs nur andere Sprachen hörten. Die Ministerin kündigte an, gemeinsam mit Experten einen Katalog von niederländischen Werten und Normen aufzustellen. Viele Migranten seien unsicher, was von ihnen in den Niederlanden erwartet werde, sagte sie zur Begründung.
Verdonk hatte bereits in der Vergangenheit durch eine harte Linie in der Ausländerpolitik von sich reden gemacht. Die linke Opposition warf ihr vor, für die Abschiebung von 26.000 abgelehnten Asylbewerbern verantwortlich zu sein. Zudem hatte die Ministerin, die seit 2003 im Amt ist, sich bei der muslimischen Gemeinden unbeliebt gemacht, als sie einen «Qualitätstest» für Imame forderte. Dazu sollte auch die Verpflichtung gehören, auf holländisch zu predigen. (nz)