Syrien und Iran schmieden Front gegen den Westen:
Iran und Syrien wollen «Front gegen Arroganz»
21.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ahmadinedschad zu Besuch in Syrien.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Iran und Syrien machen gemeinsam Front gegen den Westen. Der iranische Präsident Ahmadinedschad rief die islamischen Staaten auf, Wirtschaftsbeziehungen zu Ländern dieser Region zu überdenken.
Syrien und Iran wollen eine «vereinte Front gegen Arroganz und Dominanz» bilden. Dazu gehört nach Aussagen des iranischen Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dass beide Länder eng kooperieren und jegliche Einflussnahme des Westens auf ihre Politik zurückweisen. Ahmadinedschad traf bei seinem zweitägigen Besuchs in Damaskus auch mit Vertretern der radikalen palästinensischen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad zusammen.
In einer gemeinsamen Abschlusserklärung bekräftigten beide Länder das Recht des Irans auf eine Entwicklung der Atomkraft zu friedlichen Zwecken. Die Kritik daran verwarfen sie als «einseitig und doppelzüngig», ohne die USA und ihre europäischen Verbündeten beim Namen zu nennen. Des weiteren forderten sie einen «Abzug der Besatzungsmächte» aus dem Irak.
Unterstützung für radikale PalästinenserDie Zusammenkunft mit den radikalen palästinensischen Gruppen galt angesichts des Selbstmordanschlags in Tel Aviv vom Donnerstag als besonders brisant. Israel hat den Iran und Syrien der Verwicklung in den Anschlag beschuldigt, bei dem 20 Israelis verletzt wurden. Beide Länder haben dies zurückgewiesen. Während des Treffens, bei dem auch die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) zugegen war, bekräftigte Ahmadinedschad nach Angaben aus Teilnehmerkreisen seine Unterstützung für den Kampf der Palästinenser gegen Israel.
Wirtschaftssanktionen gegen den WestenIn einem am Samstag veröffentlichten Bericht der staatlichen Agentur IRNA soll Ahmadinedschad islamische Staaten aufgerufen haben, ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Westen zu überdenken.
«Parallel zu dem politischen Krieg, ist heute ein großer versteckter Wirtschafskrieg im Gange, und die islamischen Staaten sollten ihr wirtschaftliches Potenzial nutzen, um den Feinden die Hände abzuhacken», wird der iranische Präsident zitiert. Die islamischen Staaten seien selbst schuld, wenn sie es dem Westen erlaubten, wirtschaftlichen Druck auszuüben. (nz)