03. Jan 2006 22:44
Der US-Lobbyist Abramoff hat in einem Korruptionsprozess Betrug und Verschwörung zugegeben. Er unterstützt damit die Ermittlungen gegen korrupte US-Politiker.
Abramoff erklärte sich zur Zusammenarbeit bei den Ermittlungen gegen bis zu 20 führende Politiker und deren Mitarbeiter bereit, die von ihm und anderen Lobbyisten bestochen worden sein sollen. Mit dem Geständnis drohen diesen US-Senatoren und Abgeordneten peinliche Enthüllungen. Der 46 Jahre alte Abramoff und seine Mitarbeiter sollen der Staatsanwaltschaft zufolge US-Politiker mit Geld, Geschenken, Essen und Reisen bestochen haben. Mit Millionenbeträgen vertrat der einflussreiche Abramoff über Jahre hinweg in Washington die Interessen seiner Klienten. Der republikanische Senator Conrad Burns und sein demokratischer Kollege Byron Dorgan haben bereits Zehntausende von Dollars zurücküberwiesen. Die Demokraten beschuldigen die Republikaner, eine «Kultur der Korruption» zugelassen zu haben.
Auch gegen den früheren republikanischen Fraktionsvorsitzenden im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, wird ermittelt. DeLay ist ein politischer Freund des US-Präsidenten George W. Bush. Er soll von Abramoff oder dessen Verbindungsmännern in den Jahren 2001 bis 2004 mindestens 57.000 Dollar erhalten haben. (nz)