netzeitung.deUS-Lobbyist gesteht Politiker-Bestechung

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Jack Abramoff (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jack Abramoff
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der US-Lobbyist Abramoff hat in einem Korruptionsprozess Betrug und Verschwörung zugegeben. Er unterstützt damit die Ermittlungen gegen korrupte US-Politiker.

Der einst einflussreiche US-Lobbyist Jack Abramoff hat sich des Betrugs, der Verschwörung und der Steuerhinterziehung für schuldig bekannt. Abramoff hoffe, dass durch sein mit der Staatsanwaltschaft ausgehandeltes Geständnis die drohende Haftstrafe von 30 Jahren auf ein Drittel verkürzt werde, berichtete die Zeitung «Washington Post».

Abramoff erklärte sich zur Zusammenarbeit bei den Ermittlungen gegen bis zu 20 führende Politiker und deren Mitarbeiter bereit, die von ihm und anderen Lobbyisten bestochen worden sein sollen. Mit dem Geständnis drohen diesen US-Senatoren und Abgeordneten peinliche Enthüllungen.

Der 46 Jahre alte Abramoff und seine Mitarbeiter sollen der Staatsanwaltschaft zufolge US-Politiker mit Geld, Geschenken, Essen und Reisen bestochen haben. Mit Millionenbeträgen vertrat der einflussreiche Abramoff über Jahre hinweg in Washington die Interessen seiner Klienten. Der republikanische Senator Conrad Burns und sein demokratischer Kollege Byron Dorgan haben bereits Zehntausende von Dollars zurücküberwiesen. Die Demokraten beschuldigen die Republikaner, eine «Kultur der Korruption» zugelassen zu haben.

Auch gegen den früheren republikanischen Fraktionsvorsitzenden im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, wird ermittelt. DeLay ist ein politischer Freund des US-Präsidenten George W. Bush. Er soll von Abramoff oder dessen Verbindungsmännern in den Jahren 2001 bis 2004 mindestens 57.000 Dollar erhalten haben. (nz)