netzeitung.deTote bei Anschlag in Indonesien

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Helfer bergen Opfer des Anschlags (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Helfer bergen Opfer des Anschlags
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auf einem Markt der indonesischen Insel Sulawesi ist eine Bombe explodiert. Mindestens acht Menschen starben.

Bei einem Bombenanschlag auf der indonesischen Insel Sulawesi sind am Samstag mindestens acht Menschen getötet worden. Mehr als 40 weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Hinter der Tat wird die Terrorgruppe Jeemah Islamiyah vermutet.

Auf einem belebten, vorwiegend von Christen besuchten Markt in der Provinzhauptstadt Palu detonierte eine selbst gebastelte Bombe, die mit Nägeln gefüllt war. Kurz danach fand die Polizei nach eigenen Angaben in der Nähe einen zweiten Sprengkörper und entschärfte ihn.

Zur Zeit des Anschlags waren zahlreiche Menschen auf dem Markt, um für das Neujahrsfest unter anderem Schweinefleisch einzukaufen, das nur dort angeboten wird. Muslimen ist der Verzehr von Schweinefleisch dagegen vom Islam verboten.

Erhöhtes Truppenaufgebot in der Region
Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono verurteilte den Anschlag. Die Regierung in Jakarta hatte erst vergangenen Monat die Truppenstärke in der Region erhöht, um einen Ausbruch neuer Gewalt zwischen Muslimen und Christen zu verhindern.

Erst vor wenigen Tagen hatten maskierte und mit Macheten bewaffnete Angreifer eine Gruppe junger Christen auf ihrem Weg zur Schule angegriffen und drei Mädchen den Kopf abgeschlagen. Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt.

In Sulawesi ist der Anteil von Christen und Muslimen jedoch etwa gleich hoch. In der Region waren bereits 2000 und 2001 Unruhen zwischen Muslimen und Christen ausgebrochen, bei denen mehr als 1000 Menschen ums Leben kamen. Führern beider Religionsgruppen gelang es Ende 2001 zwar, den religiös motivierten Konflikt weitgehend zu beenden. Dennoch kam es immer wieder zu Anschlägen und Morden. (nz)