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«Colonia Dignidad»: Hinrichtungsort entdeckt

11. Nov 2005 13:30
Hinter diesem Tor verschwanden Dutzende Menschen spurlos
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In der früheren Deutschen-Siedlung «Colonia Dignidad» in Chile ist die Stelle gefunden worden, an der zahlreiche Diktatur-Gegner ermordet wurden. Ihre Überreste wurden wahrscheinlich vor Jahrzehnten verbrannt.

In der berüchtigten Deutschen-Siedlung «Colonia Dignidad» im Süden Chiles folterten und ermordeten Schergen der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990) Dutzende Regimegegner. Aussagen von Zeugen, die von der Gräueltaten der Militärs berichteten, sind nun durch neue Fakten untermauert worden.

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Wie der zuständige Richter Jorge Zepeda mitteilte, fanden Ermittler auf dem Gelände der Siedlung den Ort, an dem die Opfer hingerichtet und verscharrt wurden. Es handele sich um ein sumpfiges Waldgelände mehrere Kilometer vom Zentrum der Siedlung entfernt, sagte Zepeda am Donnerstag.

Mindestens 70 Pinochet-Gegner, die in die «Colonia Dignidad» verschleppt wurden, gelten seitdem als verschwunden. Am Freitag soll die am Vortag begonnene Suche in der heutigen «Villa Baviera» fortgesetzt werden. Die Fahnder rechnen allerdings nicht mehr damit, sterbliche Überreste von Ermordeten zu finden. Laut Zepeda wurden die Opfer Ende der 70er Jahre exhumiert und verbrannt - das Regime wollte Spuren tilgen.

Damals an den Verbrechen beteiligte Personen - unter ihnen deutsche Siedler - halfen der Justiz nun bei der Identifizierung der Hinrichtungsstätte auf dem 17.000 Hektar großen Gelände. Vor geraumer Zeit waren bereits Teile von Autos Verschwundener sowie Waffenlager gefunden worden.

Folter im Kartoffelspeicher

Erwiesen ist bislang, dass zumindest in den 70er Jahren Gegner der Diktatur in der sektenähnlichen Siedlung festgehalten wurden. Deren Gründer und Leiter war der mittlerweile über 80-jährige Paul Schäfer, der im vergangenen März in Argentinien verhaftet wurde.

Als Gefängnis und Folterzentrum diente allem Anschein nach ein Kartoffelspeicher im Zentrum der Siedlung. Im ersten Stock sei das Gefängnis gewesen, im zweiten ein noch heute erhaltenes Fotolabor, wo die Opfer fotografiert worden seien, sagte Zepeda. Schäfer soll die Colonia der Geheimpolizei Dina und auch dem Militär zur Verfügung gestellt sowie selbst gefoltert haben. (nz)

 
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