«Colonia Dignidad»: Hinrichtungsort entdeckt
11.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Mindestens 70 Pinochet-Gegner, die in die «Colonia Dignidad» verschleppt wurden, gelten seitdem als verschwunden. Am Freitag soll die am Vortag begonnene Suche in der heutigen «Villa Baviera» fortgesetzt werden. Die Fahnder rechnen allerdings nicht mehr damit, sterbliche Überreste von Ermordeten zu finden. Laut Zepeda wurden die Opfer Ende der 70er Jahre exhumiert und verbrannt - das Regime wollte Spuren tilgen.
Damals an den Verbrechen beteiligte Personen - unter ihnen deutsche Siedler - halfen der Justiz nun bei der Identifizierung der Hinrichtungsstätte auf dem 17.000 Hektar großen Gelände. Vor geraumer Zeit waren bereits Teile von Autos Verschwundener sowie Waffenlager gefunden worden.
Als Gefängnis und Folterzentrum diente allem Anschein nach ein Kartoffelspeicher im Zentrum der Siedlung. Im ersten Stock sei das Gefängnis gewesen, im zweiten ein noch heute erhaltenes Fotolabor, wo die Opfer fotografiert worden seien, sagte Zepeda. Schäfer soll die Colonia der Geheimpolizei Dina und auch dem Militär zur Verfügung gestellt sowie selbst gefoltert haben. (nz)

