06.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Spanische Soldaten bewachen den Grenzzaun in Melilla
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wieder haben 1000 Afrikaner versucht, die Grenze zur spanischen Exklave Melilla zu überwinden. Dabei kamen sechs Flüchtlinge ums Leben.
Bei einem Massenansturm im Norden Marokkos haben erneut rund 1000 Afrikaner versucht, die Grenze zur spanischen Exklave Melilla zu überwinden. Das berichtete der staatliche spanische Rundfunk am Donnerstag.
Spanische Grenzschützer und die marokkanische Polizei haben den Ansturm abgewehrt. Dabei kamen nach Angaben der marokkanischen Behörden sechs Afrikaner ums Leben. Mehr als 30 weitere seien verletzt worden, teilte das Innenministerium in Rabat mit. Die Opfer seien durch Schüsse getötet oder zu Tode getrampelt worden.
Nach Polizeiangaben sollen es rund 40 Menschen geschafft haben, auf spanisches Gebiet vorzudringen.
Erst am Mittwoch hatten rund 500 verzweifelte Flüchtlinge aus Afrika eine Massenflucht nach Melilla versucht. Von ihnen schafften es nur etwa 65 über die bis zu sechs Meter hohen Sperranlagen, die Marokko von Europa trennen.
Spanien kündigt Abschiebungen anSpanien will möglicherweise noch am Donnerstag die ersten Flüchtlinge abschieben. Die Voraussetzung dafür ist gegeben, nachdem sich die marokkanische Regierung bereit erklärt hatte, illegal Eingereiste wieder aufzunehmen. (nz)