05.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Flüchtlinge in Melilla
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Spanien kann die in seine nordafrikanischen Exklaven geflohenen Afrikaner künftig zurück nach Marokko abschieben. Darauf haben sich beide Staaten geeinigt.
Nach den Massenanstürmen von Flüchtlingen auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika hat sich Spaniens Regierung mit Marokko auf eine Ausnahmeregelung geeinigt. Danach werden afrikanische Flüchtlinge, die von marokkanischem Gebiet aus in die spanischen Nordafrika-Exklaven Melilla und Ceuta gestürmt sind, nach Marokko zurückgebracht.
Möglicherweise könnte die Abschiebung der illegalen Zuwanderer schon an schon an diesem Donnerstag beginnen, teilte die spanische Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega in Madrid mit. In Kürze werde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.
Bisher hatte Marokko sich geweigert, Flüchtlinge aus Drittstaaten wieder aufzunehmen. Die aktuelle Vereinbarung zwischen Madrid und Rabat basiert auf einem Übereinkommen aus dem Jahr 1992, das allerdings nicht mehr angewandt wurde. Dieses Übereinkommen sieht die Möglichkeit von «Sondermaßnahmen» vor.
Hunderte von Afrikanern sind in Melilla und Ceuta in überfüllten Lagern untergebracht. Sie waren in den vergangenen Wochen aus Marokko auf spanisches Gebiet gestürmt. Am Mittwoch hatten erneut 500 Afrikaner versucht, nach Melilla zu gelangen. Bei den Massenanstürmen kamen seit Ende August acht Afrikaner ums Leben. (nz)