Spanien baut Exklaven-Grenze aus
04.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Zerstörter Grenzzaun bei Melilla
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit einem weiteren Grenzzaun will Spanien den Ansturm afrikanischer Flüchtlinge auf seine Exklaven stoppen. Die EU prüft jetzt mögliche Hilfen für Marokko.
Die spanische Regierung will den Flüchtlingszustrom in die nordafrikanische Exklave Melilla mit dem Bau eines dritten Grenzzauns stoppen. Der neue Sperranlage an der Grenze zwischen Marokko und der zu Spanien gehörenden Stadt solle bis Anfang kommenden Jahres fertig gestellt sein, teilte der Beauftragte des spanischen Innenministeriums, José Fernández Chacón, am Dienstag mit. Entsprechende Pläne würden schon länger geprüft.
Bisher ist die Grenze durch einen drei Meter Maschendrahtzaun und einen zweiten Zaun gesichert. Dieser wurde vergangene Woche bereits auf eine Höhe von sechs Meter aufgestockt.
Außenminister Miguel Angel Moratinos sprach sich unterdessen in Straßburg für eine strengere EU-Politik gegen illegale Einwanderung aus. Die EU sei verpflichtet, Flüchtlingen in Not zu helfen, sagte Moratinos. Zugleich müsse sie sich aber vor Menschen schützen, die ihre Werte und Freiheiten zerstören wollten.
«Verheerende Fflüchtlingswelle» verhindernEU-weit müssten die Regierungen beim Vorgehen gegen die illegale Einwanderung zusammenarbeiten, «wenn wir nicht wollen, dass sie uns wie eine verheerende Welle überrollt», sagte Moratinos vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.
Rund 350 Afrikaner hatten am Montag die Grenzbefestigungen von Marokko aus gestürmt und waren auf spanisches Gebiet gelangt. Sie mussten die Nacht im Freien verbringen, weil das einzige Aufnahmelager der Stadt völlig überfüllt war.
Monatelang im Busch ausgeharrtViele von ihnen waren schon mehr als zwei Jahre unterwegs. Ihre Heimatländer gehören zu den ärmsten des Kontinents. In Marokko harrten sie monatelang im Buschgebiet aus und warteten auf eine Gelegenheit, um nach Spanien zu gelangen. «Wir waren es müde, im Wald zu leben», sagt Sega Sow, ein 19-Jähriger aus Guinea-Bissau. «Es gab nichts zu essen und zu trinken.»
Die Europäische Union wird ein Expertenteam nach Marokko und in die spanischen Exklaven schicken. Die Experten sollen sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und prüfen, wie die EU Marokko Hilfe leisten könne, teilte EU-Kommissar Franco Frattini in Brüssel mit. Frattini wies Vorwürfe spanischer Politiker zurück, die marokkanische Regierung unternehme nicht genug, um den Zustrom von Afrikanern zu stoppen. (nz)