22. Aug 2005 23:35
Bevor die Urananreicherung in der Atomanlage Natanz beginne, will der Iran mit den Europäern reden. Die Verhandlungen dürfte dann jedoch auf iranischer Seite ein Hardliner führen.
Rowhani kritisierte zugleich nochmals die bisherige Haltung der Europäer, die wollten, dass der Iran seine legitimen Rechte aufgebe. «Wir haben ihnen von Anfang an gesagt, dass dies ein Tagtraum ist», sagte Rowhani.Nachfolger Rowhanis wird Ali Laridschani. Der als Hardliner geltende Mann wurde in der vergangenen Wochen vom neuen iranischen Präsident Mahmud Ahmadinedschad ernannt. Ahmadinedschad hatte die Europäer am Sonntag indirekt gewarnt, sein Land könnte die Öl-Lieferungen einschränken.
Die EU hatte Anfang August angeboten, wonach der Iran im Falle eines Verzichts auf die Aufbereitung von Uran Kernbrennstoffe aus dem Ausland erhalten sollte. Teheran hatte das zurückgewiesen, ebenso wie das Angebot einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Bundesaußenminister Joschka Fischer lehnte erneut eine militärische Option im Atomkonflikt mit dem Iran ab. «Das birgt die Gefahr einer durch niemanden zu beherrschenden Eskalation, und deshalb setzen wir auf friedliche Mittel», sagte der Minister auf einer Wahlkampfveranstaltung in Gießen.
Fischer fürchte allerdings auch, dass der Iran nicht nur an ziviler Nutzung der Atomenergie interessiert sei. Ein nuklearer Rüstungswettlauf im sensiblen Mittleren Osten würde zu einer explosiven Situation führen. (nz)