12.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Brutale Überfälle auf Polen in Russland
Überfälle auf Diplomaten und einen Journalisten belasten das Verhältnis zwischen Polen und Russland. Polens Staatspräsident Kwasniewski interveniert bei Präsident Putin.
Nach einer Serie von Überfällen auf Polen in Moskau verlangt der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski Russland, die Täter festzunehmen und zu bestrafen. «Die bedrohlichen Zwischenfälle der letzten Tage schaffen ein Klima der Anspannung» in den polnisch-russischen Beziehungen, schrieb Kwasnieski in einem Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Am Donnerstagabend hatten mehrere Männer einen Journalisten der polnischen Zeitung «Rzeczpospolita» in der Nähe seiner Moskauer Wohnung zusammengeschlagen. Zuvor hatte es innerhalb von fünf Tagen drei ähnliche Überfälle auf polnische Diplomaten in Moskau gegeben. Einer der Mitarbeiter der polnischen Botschaft wurde am Mittwoch überfallen, ein weiterer am Sonntag.
Kwasniewski warnt vor EskalationKwasniewski zeigte sich in dem Brief «zutiefst beunruhigt» über die Vorfälle. Die Gewalt führe zu einer «schädlichen Eskalation von Feindseligkeiten», schrieb er. Kwasniewski rief Putin dazu auf, für die Sicherheit polnischer Bürger in Moskau zu sorgen. Inzwischen sichern Zeitungsberichten zufolge fünf statt bisher drei Polizisten die polnische Botschaft.
Auch in Polen gab es Übergriffe auf Russen. Am 31. Juli hatten Unbekannte drei Söhne eines russischen Diplomaten in einem Warschauer Park überfallen und ausgeraubt. Das polnische Außenministerium äußerte «tiefes Bedauern» über die Tat. Es handele sich aber um Aktionen Krimineller, für die es sich nicht entschuldigen müsse. (nz)