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Iran: Recht auf atomare Brennstoff-Produktion

08. Aug 2005 18:46
IAEO-Generaldirektor Mohammed el Baradei
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Auch offiziell wurde jetzt bestätigt, dass der Iran Teile seiner umstrittenen Atomanlage wieder in Betrieb genommen hat. Die EU werde die Verhandlungen jedoch nicht abbrechen, hieß es in Brüssel.

Iran hat die jüngsten Vorschläge der Europäischen Union für ein umfassendes Kooperationsabkommen am Montag offiziell abgelehnt und Teile seiner umstrittenen Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen. Außenamtssprechers Hamid-Resa Assefi sagte am Nachmittag im iranischen Fernsehen, die EU-Vorschläge vom vergangenen Freitag hätten Irans Recht auf die Produktion von atomaren Brennstoffen nicht berücksichtigt.

Mehr in der Netzeitung:
Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten Teheran umfassende wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Zusammenarbeit zugesagt, wenn Iran im Gegenzug auf die Anreicherung von Uran verzichtet. Ungeachtet der iranischen Entscheidung will die EU jedoch so lange wie möglich mit Teheran weiter verhandeln.

Am Mittag hatte Teheran den Botschaftern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens im Außenministerium die Antwort Irans auf die Vorschläge des so genannten EU-Trios in einem versiegelten Umschlag übergeben. Iranische Sprecher, darunter der scheidende Außenminister Kamal Charrasi, hatten die Vorschläge am Wochenende bereits als unzureichend abgelehnt, weil Iran danach auf einen eigenen atomaren Brennstoffkreislauf verzichten müsste.

Der Vizepräsident der iranischen Atomenergie-Behörde, Mohammed Saidi, erklärte: «Die Uranumwandlung in Isfahan ist unter Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) wieder aufgenommen worden.» IAEO-Inspekteure hatten zuvor die ersten Überwachungskameras in den Gebäuden montiert. Die Anlage war seit Dezember 2004 geschlossen.

el Baradei: Versiegelte Fabrik-Bereiche blieben ungeöffnet

IAEO-Generaldirektor Mohammed el Baradei bestätigte am Abend, dass Iran damit begonnen habe, die Uranerz in die Umwandlungsanlage einzufüllen. Dies sei zwar erst nach der Installation von Überwachungskameras geschehen, jedoch «bedauerlicherweise, bevor sie vollständig getestet werden konnten». Die von der IAEO versiegelten Bereiche der Fabrik seien jedoch ungeöffnet geblieben.

Ungeachtet der Ablehnung seiner Vorschläge durch Teheran hieß es in Brüssel, die Europäische Union werde die Atom-Verhandlungen mit Iran so lange wie nur irgend möglich in Gang halten. «Der Punkt, an dem die Verhandlungen von der EU abgebrochen werden, ist erst dann erreicht, wenn Iran die Urananreicherung wieder aufnimmt, sagte eine EU-Diplomatin.

Teheran gab unterdessen bekannt, dass Präsident Mahmut Ahmadinedschad den ultrakonservativen Ali Laridschani zum Chef des Nationalen Sicherheitsrats und Chefunterhändler für Atomfragen ernennen wird. Laridschani löst den gemäßigten Hassan Ruhani ab, der in den vergangenen zwei Jahren für einen Kompromiss mit dem EU-Trio eingetreten war. Laridschani gilt als Gegner jeder Vereinbarung, die Irans Recht auf Urananreicherung in Frage stellt. (nz)

 
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