netzeitung.deBär tötet Reinhold Messners Yak

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Touristin beobachtet Bär (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Touristin beobachtet Bär
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zum ersten Mal seit mehr als hundert Jahren ist wieder ein Bär in der Schweiz gesichtet worden. Vermutlich tötete das Tier einen 600 Kilo schweren Yak-Bullen des Bergsteigers Messner.

Ein Bär hat einen von Reinhold Messners berühmten Yak-Bullen getötet. Der Bergsteiger hatte vor 20 Jahren insgesamt 20 der asiatischen Rinder aus dem Himalaya nach Italien bringen lassen, die seither in 2800 Metern Höhe im Suldental in Südtirol leben. Wie erst jetzt bekannt wurde, sei der 600 Kilogramm schwere Bulle mit tiefen Wunden am Hals bereits am Wochenende von Mitarbeitern der Bergbahn gefunden worden.

Der Bär habe ihm offenbar schwere Prankenhiebe versetzt, so dass der Yak verblutet sei, berichtete die Zeitung «La Repubblica» am Dienstag. «Als wir ihn gefunden haben, lag er im Sterben, wir mussten ihn töten», sagte Messner. Es müsse sich um einen äußerst gefährlichen Bären handeln, wenn er es schaffe, einen Yak-Bullen zu erlegen.

Bei dem Bären, so wurde vermutetet, könnte sich um ein Tier handeln, das zuletzt im Engadiner Nationalpark in der Schweiz gesehen worden war. Allerdings sagte der Engadiner Jagdinspektor Georg Brosi, er könne sich nicht vorstellen, dass der Bär einen 600 Kilogramm schweren Bullen attackiere.

Im Engadinger Nationalpark Engadin war in der letzten Woche ein Braunbär entdeckt worden – der erste seit über 100 Jahren. Seitdem sind dort die Hotels in der Umgebung ausgebucht, Touristen versuchen ein Foto des ungewöhnlich zutraulichen Tiers zu bekommen und benehmen sich laut Brosi dabei zum Teil sehr unvorsichtig.

Der Bär tauchte in den letzten Tagen regelmäßig in der Nähe des Dorfes Tschierv auf, wo er ein Kalb riss. Der Tierkadaver wurde liegen gelassen, und der Bär ernährt sich weiterhin davon. Im Nationalpark findet er derzeit wenig Nahrung. Dort könne er höchstens von Maden und Würmern leben, sagte Brosi. (nz)