Italien soll Albanien im UN-Streit gedroht haben
28. Jul 2005 12:02
 |  Italiens UN-Botschafter Marcello Spatafora | Foto: dpa |
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Neue Facette im Streit um den UN-Sicherheitsrat: Italien, das selbst Erpressungsvorwürfe geäußert hatte, soll nun seinerseits Albanien mit dem Entzug von Wirtschaftshilfe gedroht haben.
Im Streit um die Erweiterung des UN-Sicherheitsrates hat Italien nach einem Medienbericht Albanien unter Druck gesetzt. Tirana sei dazu gebracht worden, seine positive Haltung zum Vorschlag der G4-Staaten (darunter Deutschland) zur Erweiterung des Sicherheitsrates zurückzuziehen, berichtet die «Financial Times Deutschland» (FTD) unter Berufung auf UN-Kreise.
Nachdem Rom gedroht habe, ein Abkommen über Wirtschaftshilfe in Höhe von 220 Millionen Euro auf Eis zu legen, habe Albanien gegen den Vorschlag von Deutschland, Japan, Indien und Brasilien (G4) gestimmt. Diplomaten der G4-Staaten bestätigten der FTD, dass Albanien zunächst für eine Reform nach dem G4-Plan gewesen sei. Später habe Albanien seine Position dann aber revidiert.
Rom wirft G4 Erpressung vor
Am Dienstag hatte der italienische UN-Botschafter Marcello Spatafora Deutschland und den drei anderen Staaten der so genannten Vierergruppe (G4) in ihrem Streben nach einem ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat Erpressung vorgeworfen. Sie wollten sich mit ihrer Entwicklungshilfe die Stimmen der armen Länder erkaufen, sagte Spatafora vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. (nz)