Terror in London: Festnahmen in Regierungsviertel: 

netzeitung.dePolizei nimmt nach Explosionen in London Verdächtige im Regierungsviertel fest

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Der U-Bahnhof Warren Street wird evakuiert (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der U-Bahnhof Warren Street wird evakuiert
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach fast gleichzeitigen Explosionen in drei Londoner U-Bahnen und einem Bus hat die Londoner Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Premier Blair rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Hinweise auf einen Chemieanschlag gab es nicht. Thema: Terror in London Augenzeuge: Ich zittere jetzt noch Terrorangst in London drückt Dow Blogs berichten über Zwischenfälle Londoner Attentäter verehrte bin Laden Dutzende Telefonate mit Londoner Attentätern Zerstörter U-Bahn-Waggon in London geborgen Britische Muslime sollen überwacht werden Briten erstellen Liste mit Terrorverdächtigen

Die Londoner Polizei hat nach den Anschlägen am Nachmittag im Regierungsviertel Whitehall zwei Menschen festgenommen, wie die BBC berichtet. Der britische Premierminister Tony Blair sagte jedoch später, die Festnahmen stünden nicht im Zusammenhang mit den Anschlägen. Dabei waren in drei U-Bahnen und einem Bus Bomben explodiert, einige Menschen wurden verletzt. Nach mehreren Verdächtigen wird gefahndet.

Eine der Festnahmen erfolgte in der Nähe der Downing Street, dem Wohn- und Arbeitssitz von Blair. Der schwarz gekleidete Mann sei von Beamten mit gezogener Pistole abgeführt worden, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Blair sagte, die Anschläge hätten das Ziel, die britische Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. «Wir können dies nicht herunterspielen. Es ist sehr ernst». Opfer habe es jedoch nicht gegeben, so Blair. Die Briten sollten Ruhe bewahren und weitermachen wie gewohnt.

Polizeichef: Gleichzeitige Explosionen
Der Londoner Polizeichef Sir Ian Blair sprach von «sehr schwerwiegenden Vorfällen». «Es hat aber den Anschein, dass die Bomben diesmal kleiner waren als beim letzten Mal», sagte er. Die Zahl der Verletzten sei gering. Laut Blair waren die «recht konventionellen» Sprengsätze fast gleichzeitig detoniert. Einige Bomben seien aber nicht richtig losgegangen.

Scotland Yard untersuchte die Tatorte auf Spuren chemischer Substanzen«, fand nach eigenen Angaben bisher jedoch keine. Nichts deute bislang auf einen Chemieanschlag hin, sagte Polizeichef Blair. Er forderte die Londoner dennoch auf: «Bleiben Sie, wo Sie sind».


Verdächtiger offenbar verletzt
Bei den Explosionen wurde möglicherweise einer der Täter verletzt. Das berichtet BBC unter Berufung auf Polizeiquellen. Nach Informationen des TV-Senders Sky sperrte die Polizei das Londoner Universitätsklinikum ab, in das der Mann gebracht worden war. Gesucht wird demnach ein Mann mit einem blauen T-Shirt, aus dem Drähte hervorschauen.

Auf den Tag genau zwei Wochen nach den Terroranschlägen in London waren am frühen Nachmittag drei U-Bahnstationen Warren Street, Oval und Shepherd's Bush geräumt worden, weil Sprengsätze fast zeitgleich explodiert waren. Eine weitere Explosion gab es in einem Bus der Linie 26 auf der Hackney Road in Ost-London. Dabei gingen Scheiben zu Bruch. Die Victoria und die Northern Line wurden eingestellt, das Regierungsviertel Whitehall kurzfristig abgesperrt.

Laut einem Augenzeugen explodierte ein Rucksack in einem Zug. Zunächst sei Panik ausgebrochen, alle Passagiere seien jedoch aus der U-Bahn gelangt. (nz)