netzeitung.deNiederlage für Walfänger

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Japanisches Walfangboot (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Japanisches Walfangboot
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei der Tagung der Internationalen Walfangkommission kämpft Japan gegen das Walfangverbot. In den ersten beiden Abstimmungen unterlag die Walfangnation.

Auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC im südkoreanischen Ulsan sind die Gegner des weltweiten Fangverbots abermals unterlegen. Die Delegierten lehnten einen Vorschlag Japans, die Ausweitung der Schutzgebiete von der Tagesordnung zu streichen, mit 29 zu 28 Stimmen ab. Mit 30 zu 27 Stimmen wurde anschließend auch ein japanischer Antrag abgeschmettert, auf der Konferenz grundsätzlich geheim abzustimmen.

«Das war eine Niederlage für Japan», sagte der neuseeländische Umweltminister Chris Carter. Der japanische Delegierte Joji Morishita kündigte an, sein Land werde weiter gegen das Walfangverbot kämpfen.

Eine vollständige Aufhebung des Fangverbots galt schon am ersten Tag als unwahrscheinlich, weil dafür eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich ist. Doch bereits mit einer einfachen Mehrheit hätte das Lager der Walfangnationen die Möglichkeit gehabt, die Tagesordnung zu bestimmen und einzelne Änderungen zu verabschieden.

Die Internationale Walfangkommission hatte 1986 den kommerziellen Walfang verboten. In Norwegen gibt es dennoch eine Walfangsaison. Japan erlegt die Meeressäuger offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken, das Fleisch wird jedoch verkauft.

Experten schätzten, dass in diesem Jahr weltweit mehr als 1500 Wale getötet werden. Neuseeland, Australien und Umweltorganisationen wie Greenpeace wollen das Fangverbot beibehalten. Umweltorganisationen forderten die IWC auf, sich stärker für den Schutz der bedrohten Wale einzusetzen. So würden jährlich Hunderttausende in Fischernetzen oder wegen Meeresverschmutzung, sterben, so der Walexperte von Greenpeace, Thomas Henningsen. (nz)