G8 einig über Schuldenerlass für ärmste Länder
Bis zu 20 weitere Staaten könnten später in den Genuss des Schuldenerlasses kommen, wenn sie Bedingungen wie die Umsetzung demokratischer Reformen und die Bekämpfung von Korruption erfüllten. Der Umfang des gesamten Pakets könne dann mehr als 55 Milliarden Dollar erreichen, sagte Brown. Zudem hätten die Minister in London vereinbart, dass Veränderungen im Welthandel erforderlich seien, um den ärmsten Ländern die Mitwirkung am Handel zu erleichtern.
Frankreich, Deutschland und Japan gaben sich in den Verhandlungen eher reserviert. So hatte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) vor dem Treffen, ein Gelingen der Verhandlungen ausdrücklich in Frage gestellt. Eichel bezeichnete die Einigung auf einen hundertprozentigen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt als «historischen Beschluss» bezeichnet. Es seien harte Verhandlungen gewesen, aber Deutschland habe letztlich zugestimmt, weil eine solide Finanzierung sichergestellt worden sei.
Eichel zufolge betrage der deutsche Anteil an dem Schuldenerlass innerhalb der kommenden zehn Jahre insgesamt zwischen 700 und 950 Millionen Euro. Der Schuldenerlass sei an die Bedingung einer «guten Regierungsführung» geknüpft - etwa für die sinnvolle Verwendung der Mittel beispielsweise für das Bildungs- und Gesundheitswesen. (nz)
