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G8 einig über Schuldenerlass für ärmste Länder

11. Jun 2005 15:31, ergänzt 17:18
Gordon Brown
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Die reichsten Länder der Welt haben sich über einen umfangreichen Schuldenerlass für die Entwicklungsländer einigen können. 18 der ärmsten Länder sind ihre Schulden los.

Die Finanzminister der reichsten Staaten der Welt haben sich auf einen Schuldenerlass in Höhe von 40 Milliarden Dollar für die ärmsten Länder geeinigt. Die 18 ärmsten Staaten, viele davon im südlichen Afrika, sollen sofort von dem Abkommen profitieren, sagte der britische Finanzminister Gordon Brown am Samstag in London. Ihnen würden ihre Schulden bei der Weltbank, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei der Afrikanischen Entwicklungsbank vollständig erlassen.

Bis zu 20 weitere Staaten könnten später in den Genuss des Schuldenerlasses kommen, wenn sie Bedingungen wie die Umsetzung demokratischer Reformen und die Bekämpfung von Korruption erfüllten. Der Umfang des gesamten Pakets könne dann mehr als 55 Milliarden Dollar erreichen, sagte Brown. Zudem hätten die Minister in London vereinbart, dass Veränderungen im Welthandel erforderlich seien, um den ärmsten Ländern die Mitwirkung am Handel zu erleichtern.

Bescheidene Einigung

Mehr in der Netzeitung:
Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) haben am Samstag in London über einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt verhandelt. Großbritannien und die USA hatten sich zuvor weit gehend einigt. Nach einem Zeitungsbericht der «New York Times» (NYT) sollten nach den Vorstellungen der USA und Großbritanniens 18 Ländern Schulden in Höhe von 16,7 Milliarden Dollar erlassen werden.

Frankreich, Deutschland und Japan gaben sich in den Verhandlungen eher reserviert. So hatte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) vor dem Treffen, ein Gelingen der Verhandlungen ausdrücklich in Frage gestellt. Eichel bezeichnete die Einigung auf einen hundertprozentigen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt als «historischen Beschluss» bezeichnet. Es seien harte Verhandlungen gewesen, aber Deutschland habe letztlich zugestimmt, weil eine solide Finanzierung sichergestellt worden sei.

Eichel zufolge betrage der deutsche Anteil an dem Schuldenerlass innerhalb der kommenden zehn Jahre insgesamt zwischen 700 und 950 Millionen Euro. Der Schuldenerlass sei an die Bedingung einer «guten Regierungsführung» geknüpft - etwa für die sinnvolle Verwendung der Mittel beispielsweise für das Bildungs- und Gesundheitswesen. (nz)

 
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