Dem Bericht zufolge rätseln Buchverkäufer und Wissenschaftler über das Phänomen des plötzlichen Interesses an «Mein Kampf». Die Türkei sei weder ein Land mit einer intensiven Lesekultur noch spiele sie in der Geschichte des Antisemitimsus eine Rolle, hieß es.Die deutsche Botschaft reagierte besorgt auf die Entwicklung. Man werde die Verfügbarkeit des Buches und das stete Interesse daran «sorgsam verfolgen», zitiert die Zeitung einen Mitarbeiter der deutschen Vertretung in Ankara. Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin verwies auf die Zuständigkeit der bayerischen Staasregierung. Als Inhaber der Rechte könne «nur das Land Bayern aktiv» werden, sagte einer Sprecherin der Netzeitung. Dies erfolge «in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung» des AA beziehungsweise der deutschen Botschaft.
Das bayerische Finanzministerium hatte bereits im Februar erklärt, eine Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts verhindern zu wollen. Damals hieß es, weder im Inland noch im Ausland würden Abdruckgenehmigungen erteilt. Gegen Verstöße werde zivil- und strafrechtlich vorgegangen. Im Ausland erfolge dies über die entsprechende deutsche Botschaft.