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Studie: Diskriminierung von Muslimen nimmt zu

07. Mrz 2005 17:16
Muslimische Schülerin mit Kopftuch in einer Schule in Köln
Laut einer Studie hat die Diskriminierung von Muslime in Europa nach den Anschlägen vom 11. September 2001 deutlich zugenommen.

Muslime in europäischen Ländern sind zunehmender Intoleranz und Diskriminierung ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der International Helsinki Federation for Human Rights (IHF), in der der Umgang mit Muslimen in elf europäischen Ländern nach den Terroranschlägen in den USA untersucht wurde. «In Folge der Verschärfung des Kampfes gegen den Terrorismus sind bereits bestehende Vorurteile gegenüber Muslimen verstärkt worden», sagte IHF-Geschäftsführer Aaron Rhodes am Montag in Wien.

Rhodes warnte davor, durch diese Entwicklungen Integrationsleistungen zu untergraben. «Wir sind besorgt, dass sie bereits vorhandene Verbitterung und Frustration unter Muslimen verstärken und das Vertrauen in die staatlichen Institutionen und den Rechtsstaat untergraben.» Dadurch wachse die Gefahr zunehmenden Zulaufs zu extremistischen Organisationen, so Rhodes.

Islam gleich Terrorismus

Die Studie des IHF, einem internationalen Forum von Menschenrechtsorganisationen, beruht auf der Auswertung von Sekundärdaten. Unter Berufung auf eine Umfrage des Allensbach-Instituts heißt es in der Studie, 93 Prozent der Deutschen verbünden mit dem Wort «Islam» die Unterdrückung von Frauen, 83 Prozent den Terrorismus.

In Großbritannien verbreiteten die Medien den Eindruck, dass die Sicherheitskräfte erfolgreich Gegen muslimische Terroristen vorgingen, heißt es weiter. Allerdings seien lediglich drei von hunderten auf der Grundlage des Anti-Terror-Gesetzes verhafteten Muslimen tatsächlich schuldig gesprochen worden. Der allergrößte Teil sei wieder freigelassen worden. In Frankreich habe das Kopftuchverbot die Diskriminierung muslimischer Frauen gefördert, so die IHF. (nz)

 
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