netzeitung.deNazi Zündel nach Deutschland abgeschoben

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Ernst Zündel (Foto: Archiv<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ernst Zündel
Foto: Archiv
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Jahre alter deutscher Haftbefehl kann nun vollstreckt werden: Der berüchtigte Rechtsextremist Ernst Zündel ist nach seiner Ausweisung aus Kanada in Deutschland angekommen.

Der deutsche Holocaust-Leugner Ernst Zündel ist am Dienstagabend auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Er traf kurz nach 22 Uhr ein und wurde dodrt in Gewahrsam genommen, wie eine Sprecherin der kanadischen Einwanderungsbehörde bestätigte. Er soll danach nach Mannheim gebracht und der dortigen Polizei überstellt werden.

Zündel hat auf Rechtsmittel gegen seine Ausweisung aus Kanada verzichtet, wie sein kanadischer Anwalt mitteilte.

Volksverhetzung und Beleidigung
Zündel war von den kanadischen Behörden in eine Sondermaschine nach Frankfurt gesetzt worden. Gegen den 65-Jährigen liegt seit 1996 ein Haftbefehl des Amtsgerichts Mannheim wegen des Verdachts der Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener vor.

Eine Grundlage für den Haftbefehl ist laut Angaben der Mannheimer Justiz Zündels Website, wo unter anderem der Massenmord an den Juden durch das NS-Regime in Deutschland geleugnet wird.

1991 war Zündel bei einem Rechtsextremen-Kongress in München aufgetreten, festgenommen und zu 12.600 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Daraufhin kehrte er nach Kanada zurück.

Zündel war 1958 nach Kanada ausgewandert und hatte sich mehrfach vergeblich um die kanadische Staatsbürgerschaft bemüht. In den vergangenen beiden Jahren war er auf Grundlage eines neuen kanadischen Anti-Terror-Gesetzes in Toronto inhaftiert gewesen. Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass er wegen seiner Verbindung zu Rechtsextremisten in aller Welt und wegen seiner Hass-Propaganda ein Sicherheitsrisiko sei. Ein Bundesgericht in Ottawa ordnete vergangene Woche seine Auslieferung an. (nz)