netzeitung.deBush kritisiert Schröders Nato-Pläne

 Herausgeber: netzeitung.de

George W. Bush (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe George W. Bush
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Mittwoch wird US-Präsident Bush in Deutschland erwartet. Bereits vor dem Abflug machte er deutlich, dass er die Nato nach wie vor für die wichtigste Verbindung zu den Verbündeten der USA hält. Für Schröders Vorstoß fand er deutliche Kritik.

US-Präsident George W. Bush hat sich in einem Interview gegenüber den Europäern versöhnlich gezeigt. Vor Beginn seiner Europa-Reise sagte er in einem ARD-Interview, die USA und Europa sollten «die Differenzen der Verhangenheit überwinden» und zu einer «neuen Gemeinsamkeit finden..., damit wir mit einer Stimme sprechen».

Er betonte, die Nato spiele in den Beziehungen eine zentrale Rolle. Er bezog sich auf die Forderung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, der eine Reform der Nato angemahnt hatte: «Ich freue mich darauf, Gerhard Schröder daran zu erinnern, dass die Nato eine lebendige Institution ist.»

Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sagte er: «Die Nato ist eine lebenswichtige und notwendige Organisation, um den Frieden zu erhalten.» Schröder hatte dagegen gesagt, die Nato sei nicht mehr der «primäre Ort», «an dem die transatlantischen Partner ihre strategischen Vorstellungen konsultieren und koordinieren».

Wenn es Reformbedarf gebe, so Bush, dann allenfalls in der Nato. Die Mitglieder müssten ihre militärischen Fähigkeiten stärken. Darüber wolle er bei der Zusammenkunft mit den Staats- und Regierungschefs in Brüssel sprechen.

Bush will einheitliche Position gegenüber Iran
Nötig sei auch, so Bush, dass die USA und Europa eine gemeinsame Position gegenüber Iran entwickelten. Man müsse auf diplomatischen Wege verhindern, dass Teheran nukleare Waffen entwickele. Zugleich betonte er, Washington habe keinerlei Pläne für ein militärisches Eingreifen in Iran. «Ich höre all diese Gerüchte über militärische Angriffe, aber es ist einfach nicht wahr», sagte er.

Bush sagte, er wolle und werde «Gerhard und die anderen Führer» in Europa ausdrücklich für ihre bisherigen Bemühungen und die klaren Worte an den Iran loben.

Er reist am Montag zunächst nach Brüssel, am Mittwoch macht er mit seiner Frau Laura einen Abstecher nach Mainz - wo der mit Schröder sprechen will und anschließend mit einfachen Bürgern diskutieren soll. Seine Reise endet am Donnerstag in der slowakischen Hauptstadt Bratislava, wo er Russlands Präsident Wladimir Putin trifft und auf dem Marktplatz der Stadt eine Rede hält. (nz)