Kurei dementiert Hirntod Arafats
04. Nov 2004 11:27, ergänzt 22:48
 | Jassir Arafat am 28. Oktober | Foto: AP |
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Arafat hat das Bewusstsein verloren. Ärzte glauben nicht, dass er sich noch einmal erholen wird. Das israelische Fernsehen meldete den Hirntod des Palästinenser-Präsidenten. Das wurde dementiert.
Palästinenserpräsident Jassir Arafat liegt im Koma. Nach Angaben von französischen Ärzten gibt es keine Chance mehr, dass er aus dem Koma noch einmal erwacht. Ihm gehe es äußerst schlecht, hieß es. Am Donnerstagabend meldete das israelische Fernsehen seinen Hirntod.
Dabei berief sich der Sender auf französische Quellen. US-Präsident George W. Bush reagierte auf die Nachricht während seiner ersten Pressekonferenz in Washington nach der gestrigen Wiederwahl: «Gott segne seine Seele.»Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kurei dementierte jedoch umgehend, dass Arafat gestorben sei. Der PLO-Chef sei «nicht klinisch tot», sagte er. Auch ein Sprecher des Krankenhauses, in dem Arafat behandelt wird, wies die Meldungen als falsch zurück. Der Patient lebe noch.
Dringlichkeitssitzung in Ramallah
Arafat liegt in einem Pariser Militärkrankenhaus auf der Intensivstation. Dort besuchte ihn am Donnerstagnachmittag der französische Präsident Jacques Chirac. Er sei einige Minuten bei Arafat gewesen, meldeten Agenturen. Die palästinensische Führung hielt in Arafats Hauptquartier in Ramallah eine Dringlichkeitssitzung ab. Das PLO-Exekutivkomitee übertrug Ministerpräsident Kurei die Befugnis, dringende Finanzangelegenheiten zu erledigen. Das gab das Komitee-Mitglied Kais Abdel Karim am Abend in Ramallah bekannt. Normalerweise kümmert sich lediglich Arafat um die Abwicklung von Finanzgeschäften.
Freude bei orthodoxen Juden
Die israelischen Streitkräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt - für den Fall dass beim Tod Arafats Unruhen ausbrechen. Nach Angaben des israelischen Außenministers Silvan Schalom bereitet sich Israel auf «den Tag danach» vor. In Jerusalems Straßen tanzten am Donnerstagabend orthodoxe Juden aus Freude über den Zustand des Palästinenserpräsidenten. «Wir beten darum, dass er bald stirbt», sagte einer der Orthodoxen dem US-Nachrichtensender CNN. (nz)