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Saudi-Arabien investiert in einheimische Arbeitkräfte

31. Aug 2004 16:27
Saudi-Arabien will mit neuen Arbeitsplätzen den Frust unter Jugendlichen mindern - und islamistische Gruppen bekämpfen.

Die Regierung Saudi-Arabiens will den militanten Islamismus in ihrem Land mit der Schaffung von Arbeitsplätzen bekämpfen. Das berichtet die «Washington Post». Nach Angaben von Wirtschaftsexperten liegt die Arbeitslosigkeit im Königreich um die 25 Prozent. Weil vor allem junge Menschen mit ihrer wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind, bekommen extreme islamistische Gruppen immer mehr Zuspruch. Politische Beobachter befürchten einen Sturz der Regierung, sollte die Frustration der Bevölkerung weiter anwachsen.

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  • Traditionell arbeiteten die Saudis in staatlichen Betrieben, in der Privatwirtschaft werden hauptsächlich billigere, ausländische Arbeitskräfte eingestellt. Weil aber die Bevölkerung des Landes in den letzten Jahrzehnten sprunghaft angewachsen ist, sind im Staatsdienst zu wenig Stellen vorhanden, außerdem wäre eine solche Arbeitsmarktpolitik auch nicht mehr leistbar. Sechzig Prozent der 25 Millionen Saudis sind unter 18 Jahren, in den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach Jobs noch weiter ansteigen.

    Prämien für saudische Arbeitskräfte

    Um diesem Problem Herr zu werden, hat die Regierung die Zahl der Arbeitserlaubnisse für Ausländer drastisch reduziert. Zusätzlich ist geplant Millionen von Dollars in die berufliche Ausbildung der Bevölkerung und den Ausbau von Universitäten zu investieren. Außerdem bekommen Unternehmen Förderungen für jede saudische Arbeitskraft, die sie einstellen.

    Zur Zeit arbeiten 8,8 Millionen Ausländer in Saudi Arabien. Sie verrichten Tätigkeiten, für welche die Saudis nicht ausgebildet sind oder welche sie aus traditionellen Gründen nicht ausüben wollen. Für zahlreiche Einheimische war und ist es noch immer nicht vorstellbar, als Reinigungspersonal zu arbeiten. Der Großteil dieser so genannten «niederen Berufe» wird von Filipinos, Indern oder Pakistanern ausgeübt.

    Nachholbedarf besteht auch im technischen Bereich. Weil in den 1990er Jahren wenig Geld aus der Ölindustrie in die Staatskassen floss, wurde wenig bis gar nichts in die Ausbildung des Bevölkerung investiert. An den Universitäten waren nur «billige» geisteswissenschaftliche Studienrichtungen wie Islamwissenschaft, Arabistik oder Geografie angeboten worden. Erst jetzt werden vermehrt technische Wissenschaften wie Informatik unterstützt und gefördert. (nz)

     
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