05.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Atal Bihari Vajpayee vor der Stimmabgabe
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Kaschmir ist es bei den indischen Parlamentswahlen zu Angriffen auf Wahllokale gekommen. Neun Menschen wurden verletzt.
Bei der vierten Runde der indischen Parlamentswahlen ist es zu mehreren Zwischenfällen gekommen. Untergrundkämpfer warfen am Mittwoch in Kaschmir Granaten in zwei Wahllokale. Dabei wurden nach Polizeiangaben neun Menschen verletzt.
Die islamischen Separatisten, die für eine Unabhängigkeit Kaschmirs vom indischen Zentralstaat kämpfen, hatten zu einem Wahlboykott aufgerufen. Im Dorf Bichru, 50 Kilometer südlich von Srinagar, versammelten sich mehr als 100 Bewohner im Wahllokal und riefen in Sprechchören: «Wir wollen Unabhängigkeit!» Es kam zu Rangeleien mit der Polizei. Bei ähnlichen Demonstrationen in anderen Dörfern gab die Polizei Warnschüsse ab. Einige Einwohner beklagten sich, die Polizei habe sie gezwungen, zur Wahl zu gehen.
Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee von der hinduistisch-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) gab seine Stimme in seinem Wahlkreis in Lucknow, der Hauptstadt von Uttar Pradesh, ab. Sein dortiger Herausforderer ist der 80-jährige Ram Jethmalani, der ehemalige Justizminister.
Hunderttausende Sicherheitskräfte im EinsatzUm einen sicheren Ablauf der Wahl zu gewährleisten, sind mehr als 270.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Rund 45 Prozent der 108.583 Stimmlokale liegen in Regionen, in denen Ausschreitungen befürchtet werden. Aus Sicherheitsgründen wurde die Wahl deshalb auf fünf Phasen über drei Wochen verteilt. Die Auszählung der Stimmen beginnt am 13. Mai.
Wählerumfragen nach den bisherigen Stimmabgaben deuten darauf hin, dass die Regierungskoalition des Ministerpräsidenten Vajpayee weniger Stimmen bekommen wird, als erwartet. Insgesamt sind 107 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. (nz)