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Urnenkapseln für Weltraum-Begräbnisse (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Urnenkapseln für Weltraum-Begräbnisse
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im April startet der nächste Satellit mit Asche von Toten an Bord in die Umlaufbahn der Erde. Auch Taiwaner können sich nun ein Grab buchen.

Seit 1998 befördert das amerikanische Unternehmen Celestis menschliche Überreste ins All oder auf den Mond. In mehreren Ländern wird dieser Bestattungsservice bereits angeboten, am Donnerstag hat Celestis erklärt, dass nun auch Taiwan dazu gehört.

«Mit einer Weltraumbestattung kann man das Urverlangen, den Weltraum zu erkunden, stillen», sagte Robert Tysor, der Geschäftsführer der Weltraumtotengräber. Angeboten wird, entweder ein Gramm oder sieben Gramm Asche als symbolischen Teil des Toten in eine Umlaufbahn zu schießen.

In kleinen Aluminiumkapseln «mit persönlicher Aufschrift» reist der Tote zusammen mit anderen ins All. Je nach Höhe bleiben die Satelliten mit den Urnen monate- oder jahrelang im Orbit, bevor sie wieder in die Atmosphäre eintreten und verglühen.

Start im April
Drei solcher Satelliten hat man bereits in den Himmel befördert, der nächste Start ist für Mitte April vom russischen Weltraumhafen Baikonur geplant. Wer die Asche eines Verwandten mitschicken will, muss zwischen 995 und 5300 Dollar zahlen, zumindest in den USA. Für Bewohner von Taiwan ist es etwas teurer, sie müssen 12.000 Dollar bezahlen – ungefähr so viel, wie eine normale Beerdigung in Taiwan kostet.

Wem die Umlaufbahn nicht weit genug ist, der kann auch eine Reise in die Tiefen des Alls oder auf den Mond buchen, in Taiwan müssen 16.000 Dollar bezahlt werden, dann kehrt die Asche nie mehr zur Erde zurück.

Yeh Feng Chian, der Manager des taiwanesischen Bestattungsunternehmens, das den Vertrag mit Celestis abgeschlossen hat, sagte: «Immer wenn der Mond aufgeht, kann man dann hinauf in den Himmel sehen und der Toten gedenken.» (nz)