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Lupe Schweden und Israel streiten über Kunst

Der Angriff des israelischen Botschafters in Schweden auf ein Kunstwerk führt zu diplomatischen Spannungen. Israels Regierungschef Scharon zeigt Verständnis, Stockholm protestiert.

Die Zerstörung eines Kunstwerks in einem Stockholmer Museum durch den israelischen Botschafter in Schweden hat am Wochenende die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern schwer belastet. Israels Regierungschef Ariel Scharon sicherte dem Diplomaten Zvi Mazel seine Unterstützung zu.

Mazel hatte am Freitag im Historischen Museums in Stockholm eine Installation mit dem Bild einer palästinensischen Selbstmordattentäterin schwer beschädigt. «Ich habe Botschafter Zvi Mazel angerufen und ihm für seine Stärke gedankt», sagte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon am Sonntag. «Die ganze Regierung steht hinter ihm.»
Museum will Installation nicht abbauen
In der ganzen Welt greife der Antisemitismus um sich, besonders in Europa nehme er gefährliche Ausmaße an, erläuterte Scharon. Masel habe sich «exakt» so verhalten, wie es angebracht gewesen sei.

Dagegen protestierte das schwedische Außenministerium gegen den Vorfall und bezeichnete Mazels Verhalten als «inakzeptabel». Museumsdirektor Kristian Berg wies die israelische Forderung Israels, das zum «Hass» aufstachelnde Kunstwerk zu demontieren, zurück.

Kein Wutanfall, sondern geplante Tat
Der israelische Diplomat verteidigte hingegen sein Vorgehen und bezeichnete das Kunstwerk als «obszöne Falschdarstellung der Wirklichkeit». Als israelischer Botschafter habe er eine solche Beleidigung der «Opferfamilien» nicht tatenlos hinnehmen können, sagte er der Nachrichtenagentur TT.

Laut Angaben der israelischen Tageszeitung «Haaretz» war Mazels Attacke kein Ausdruck eines spontanen Wutanfalls, wie zunächst angenommen, sondern sorgfältig geplant. Er habe sich vorgenommen, das Kunstwerk zu zerstören, nachdem er von seiner Existenz aus der Lokalpresse erfahren hatte, sagte er dem Blatt.

«Lebensgefährlicher Kurzschluss»
Videoaufnahmen vom Freitag zeigten Mazel, wie er einen der Strahler, mit dem die Installation beleuchtet wird, herunterreißt und in das Becken wirft. Dadurch sei ein «lebensgefährlicher Kurzschluss» ausgelöst worden, kritisierte Museumsdirektor Berg. Er verwies den Diplomaten nach dem Vorfall des Museums.

Die mittlerweile wieder reparierte Installation «Schneeweiß und der Wahnsinn der Wahrheit» des aus Israel stammenden Künstlers Dror Feiler besteht aus einem mit blutrotem Wasser gefüllten Bassin. Darauf schwimmt ein Modellsegelboot, mit einem Foto der lächelnden Hanadi Dscharadat als Segel. Die Palästinenserin hatte im vergangenen Oktober in Haifa 21 Israelis getötet.

Israel droht mit Tagungsboykott
Das Kunstwerk gehört zum Rahmenprogramm für eine internationale Konferenz über Strategien zur Vermeidung von Völkermord Ende Januar. Medienberichten zufolge droht Israel, die Tagung zu boykottieren.

Auch für die schwedische Regierung ist die Affäre noch nicht abgeschlossen: Das Außenministerium in Stockholm kündigte an, Botschafter Mazel am Montag wegen des Vorfalls einzubestellen. (nz)