netzeitung.deDrogenhändler entführten Deutsche in Iran

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Iranische Rauschgifthändler haben sich zu der Entführung von zwei Deutschen und einem Iren bekannt. Sie fordern fünf Millionen Dollar Lösegeld.

Die im Südosten Irans verschleppten europäischen Touristen sind in der Gewalt von Drogenschmugglern. Ein anonymer Anrufer habe gegenüber der Polizei die Verantwortung für die Entführung der zwei Deutschen und eines Iren übernommen, sagte ein iranischer Provinz-Regierungsbeamter am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Die Kidnapper verlangen demnach fünf Millionen Euro Lösegeld.

Die Regierung in Teheran sicherte zu, eine Freilassung der Gekidnappten «schnellstmöglich» in die Wege zu leiten. Eine Zahlung von Lösegeld lehnte das Innenministerium jedoch strikt ab.

Außenminister Kamal Charasi warf den drei Europäern vor, «ohne jede Absprache» mit der Polizei in die als gefährlich geltende Provinz Sistan-Balutschistan gefahren zu sein. Nach Informationen des iranischen Innenministeriums waren die Touristen auf dem Weg nach Nepal.

Entführungszeitpunkt unklar
Am Montag war bekannt geworden, dass die Touristen auf einer Fahrradtour verschleppt worden waren. Der genaue Zeitpunkt der Entführung ist jedoch unklar. Die Deutschen und der Ire wurden möglicherweise bereits Ende vergangenener Woche auf dem Weg von Bam nach Sahedan nahe der Stadt Nosrat Abad überfallen.

In der nahe Pakistan gelegenen Provinz Sistan-Balutschistan beschlagnahmte die Polizei den Angaben zufolge in den vergangenen acht Monaten mehr als 40 Tonnen Rauschgift. Offenbar wollten die Schmuggler den Verlust nun durch das Lösegeld ausgleichen, vermutet die Provinzregierung.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin rät auf seiner Website von Reisen in die Provinz ab. (nz)