netzeitung.deVarg Vikernes nach Flucht aus der Haft gefasst

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Norwegens bekanntester Mörder ist von einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt. Die Polizei konnte den selbsternannten Satanisten nach kurzer Zeit stellen.

Varg Vikernes alias Count Grishnackh alias Greven heißt eigentlich Christian Vikernes und ist einer der bekanntesten Mörder Norwegens. Im Sommer 1994 war er zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt worden, was in Norwegen die Höchststrafe ist. Vor wenigen Tagen ist er von einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt, was eine hektische Suche nach ihm auslöste.

Auf der Flucht hatte Vikernes in Lyngdal mit vorgehaltener Waffe das Auto einer dreiköpfigen Familie erpresst und war damit auf dem Weg nach Oslo.

Sonntagnacht entdeckte ihn eine Polizeistreife und forderte Verstärkung an. Mehrere Polizeiwagen konnten ihn anschließend einkeilen und stoppen, als er aus einem Straßentunnel fuhr, wie die Online-Zeitung «Nettavisen» berichtet. Er wurde «ohne Zwischenfall» festgenommen.
Rechte Kultfigur
Vikernes gilt als Rechtsradikaler und bezeichnet sich selbst als Satanisten. Neben dem Mord an seinem ehemaligen Freund Oystein Aarseth - wie er selbst ein Black-Metal-Musiker - setzte er auch mehrere Kirchen in Norwegen in Brand. Er war Chef der «Allgermanischen Heidnischen Front», einem rechtsradikalen Netzwerk, und seine Ein-Mann-Band «Burzum» war in den neunziger Jahren in der Black-Metal-Szene sehr bekannt.

Während seiner Haftzeit wurde er zu einer Kultfigur der rechten Szene. Auch der Deutsche Neonazi Hendrik Möbus beruft sich auf ihn.

1997 nahm die Polizei auch seine Mutter Lene Bore fest, die in Bergen einer rechtsterroristischen Gruppe vorgestanden haben soll, die Attentate auf norwegische Politiker plante.

Offenbar aufgrund einer guten Prognose wurde Vikernes nach mehrere Jahren in einen Gefängnisbereich mit geringer Sicherheit verlegt. Seinen ersten Hafturlaub nutzte er zur Flucht.

Zweifelhafte Rückkehr in die Gesellschaft
Er soll nun auch wegen des Autoraubes angeklagt werden, außerdem plane man, ihn wieder in einen sichereren Bereich zu verlegen, so «Nettavisen» unter Berufung auf die Polizei.

Die Zeitung zitiert seinen Anwalt mit den Worten, er verstehe, warum sein Klient es nicht geschafft habe, nach seinem Urlaub ins Gefängnis zurückzukehren. «Er verbüßt seine Strafe und ist gewillt, für seine Taten Rechenschaft abzulegen, aber er erfährt, dass es sehr schwer, wenn nicht unmöglich sein kann, in die Gesellschaft zurückzukehren.»

Vikernes selbst hat in mehreren Interviews geäußert, dass er seine Taten nicht bereue. (nz)