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Uno bemängelt Defizite in arabischen Ländern

20. Okt 2003 13:09
Die Uno fürchtet um die Entwicklung in den arabischen Ländern. Sie kritisiert, die Einschränkung von Grundrechten behindere das Entstehen von Wissensgesellschaften.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen haben viele arabische Länder im Zuge des von den USA geführten Kampfes gegen den internationalen Terror die bürgerlichen und politischen Freiheiten deutlich eingeschränkt. Das Vorgehen der USA habe einigen Machthabern in der arabischen Welt als Rechtfertigung für die Verabschiedung von Gesetzen zur Einschränkung von Rechten gedient, heißt es in dem zweiten Bericht zur menschlichen Entwicklung in der arabischen Welt.

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Schwerpunkt ist das Thema Bildung vor dem Hintergrund der politischen Verhältnisse in den arabischen Ländern. «Man braucht Freiheit für den Erwerb von Bildung», betonte der Hauptautor der Studie, Nader Fergani. Der Bericht kritisiert einen «Mangel an rationaler Politik, die die grundlegenden Werte und den institutionalisierten Rahmen vorgibt, um eine Wissensgesellschaft zu fördern».

«Machtstrukturen unterbinden aktives Denken»

Ursachen für die wachsende Wissenskluft seien dabei keineswegs die arabische Kultur und Religion, die grundsätzlich Bildung förderten, sagte Fargany. Vielmehr unterbänden die Machtstrukturen das aktive Denken, sie «erlöschen die Flamme des Lernens und ersticken den Antrieb zur Innovation», heißt es in dem Bericht.

Laut Uno werden die Bildungsdefizite durch die Abwanderung von arabischen Experten ins Ausland verschärft. Dadurch gehe ein Potenzial verloren, das in den Herkunftsländern zur Förderung von Bildung und Entwicklung notwendig sei. Auch die bestehenden Produktionsstrukturen in den arabischen Ländern schadeten der Entstehung einer Wissensgesellschaft. Die Abhängigkeit von der Rohstoffinsdustrie verleite die Staaten dazu, Experten aus dem Ausland zu beschäftigen, wodurch weniger Fachleute im eigenen Land ausgebildet würden.

«Status von Intellektuellen hat abgenommen»

Auch der Öl-Boom habe dazu geführt, dass Werte, die für den Erwerb von Wissen notwendig seien, ausgehöhlt worden seien: Geld und Vermögen seien zu neuen Maßstäben aufgestiegen, der soziale Status von Wissenschaftlern und Intellektuellen habe dagegen abgenommen.

Voraussetzung für eine Wissensgesellschaft in der arabischen Welt sei die Garantie der Grundfreiheiten, fordern die Autoren des Berichts. Zudem müsse Bildung für alle zugänglich sein. Auch die Förderung der arabischen Sprache sowie ein eigenes arabisches Bildungsmodell werden als zentrale Forderungen genannt.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) lobte die Unabhängigkeit des Berichts. Bedeutung gewinne das Papier vor allem dadurch, dass er «von Arabern für Araber» gemacht worden sei. (nz)

 
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