netzeitung.deKrawalle am Jahrestag des Putsches in Chile

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Demonstranten vor dem Präsidentenpalast La Moneda (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstranten vor dem Präsidentenpalast La Moneda
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach Gedenk-Kundgebungen für den 1973 gestürzten chilenischen Präsidenten Allende hat es in Santiago de Chile Unruhen gegeben. Demonstranten zündeten Barrikaden an.

Am 30. Jahrestag des Militärputsches in Chile ist es in der Hauptstadt Santiago de Chile zu Krawallen gekommen.

In mehreren Arbeitervierteln errichteten Demonstranten am Donnerstagabend Barrikaden und steckten sie in Brand. Danach kam es zu Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei wurden nach Angaben von Vize-Innenminister Jorge Correa 13 Polizisten verletzt. Zudem gab es mehr als 60 Festnahmen.

Zuvor hatten sich viele Menschen zu Gedenkveranstaltungen für die 173 gestürzte Regierung unter dem sozialistischen Präsidenten Salvador Allende versammelt. Der amtierende Staatschef Ricardo Lagos rief die Chilenen zur Aussöhnung auf. Den von General Augusto Pinochet angeführten Putsch nannte er «eine Tragödie, einen Tag des Schmerzes».

Pinochet bleibt uneinsichtig
Der 87-jährige Pinochet trat an der Seite seiner Frau Lucia Hiriart vor sein Haus. Hiriart forderte, dass die historischen Fakten nicht verdreht werden dürften. Der Putsch habe Chiles Ansehen in der Welt gestärkt, sagte sie.

Während der 16-jährigen Pinochet-Diktatur wurden nach einem Regierungsbericht 3200 Menschen getötet. Das Schicksal von 1200 Opfern ist bis heute nicht geklärt. (nz)