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Blair rechtfertigt Irak-Krieg vor US-Kongress

17. Jul 2003 23:00
Tony Blair vor dem US-Kongress
In einer Rede vor dem US-Kongress hat der britische Premierminister Blair den Krieg gegen Irak verteidigt. Irrtümer über die Existenz von Massenvernichtungswaffen seien verzeihlich.

Der britische Premierminister Tony Blair hat am Donnerstag in einer Rede vor den Mitgliedern beider Häusern des US-Kongresses den Krieg gegen Irak noch einmal nachdrücklich verteidigt: «Wir haben Irak eine demokratische Regierung versprochen. Wir werden dieses Versprechen halten.»

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Die Geschichte werde den Sturz des Regimes von Präsident Saddam Hussein «verzeihen», selbst wenn er und US-Präsident George W. Bush sich hinsichtlich der Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen geirrt hätten, erklärte Blair. Nicht verziehen hätte die Geschichte jedoch Passivität angesichts der von Irak ausgehenden Bedrohung.

Aufruf zu transatlantischer Einigkeit

In seiner kämpferischen Rede, die vielfach von stehendem Applaus der Zuhörer unterbrochen wurde, betonte Blair die Wertegemeinschaft auf beiden Seiten des Atlantiks: «Unsere Werte sind keine westlichen, sondern universelle Werte des menschlichen Geistes. Manchmal müssen wir uns mit Waffen verteidigen, manchmal mit Vernunft. Aber das Ziel – die Freiheit – bleibt immer gleich.»

In dieser Auseinandersetzung dürften Europäer und Amerikaner keinen Keil zwischen sich treiben lassen, hob Blair hervor: «Wenn Europa und Amerika vereint sind, sind sie allen Herausforderungen gewachsen. Die politische Kultur Europas beruht auf dem Kompromiss. Ich glaube an Kompromisse, aber nicht gegenüber dem Terrorismus.»

Frieden in Nahost und Umweltschutz

Dabei stellte der Premier die Neuordnung Iraks in einen breiteren Kontext. «Die Befreiung Iraks wird keinen Bestand haben, wenn nicht Frieden in Israel und Palästina einzieht. Wir dürfen Israels Sicherheit aber niemals aufs Spiel setzen», forderte Blair.

Blair rief zudem zur Bekämpfung von Armut, Krankheit und Hunger in Afrika auf. Auch der Umweltschutz dürfe nicht vernachlässigt werden. «Wir müssen über Kyoto hinausgehen», mahnte er in Anspielung auf das von den USA nicht ratifizierte Klimaschutzprotokoll.

Der Labour-Politiker war der erste britische Regierungschef seit Margaret Thatcher 1985, der eine Rede vor dem Kongress hielt. Zuvor war er mit der Goldenen Medaille des US-Parlaments ausgezeichnet worden. Nach dem Auftritt im Kongress war ein Treffen mit Präsident Bush geplant. (nz)

 
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