Italien blockiert Ermittlungen gegen Berlusconi in USA
17.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Justizbehörde wollte im August in Hollywood den An- und Wiederverkauf von Filmrechten durch den Mediaset-Konzern von Regierungschef Silvio Berlusconi untersuchen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat der Medienkonzern dabei etwa 170 Millionen Dollar Steuern hinterzogen. Mediaset hatte unter anderem Geschäftskontakte mit MCA-Universal Studios, Paramount, Warner Brothers und Twentieth Century Fox.
Auf eine schriftliche Nachfrage bei der Regierung erhielt die Staatsanwaltschaft bislang keine Antwort. Justizminister Roberto Castelli von der rechtsgerichteten Lega Nord hatte zuvor erklärt, die Staatsanwaltschaft sei autonom.
Möglicherweise wolle die Regierung verhindern, dass Berlusconi während der italienischen EU-Ratspräsidentschaft durch die Ermittlungen in den USA belastet werde, schreibt «La Repubblica».
Ein Zusammenhang mit dem kürzlich verabschiedeten Immunitätsgesetz, das die fünf höchsten Repräsentanten Italiens während ihrer Amtszeit vor strafrechtlichen Ermittlungen schützt, gilt dagegen als unwahrscheinlich. Den das Gesetz findet nur bei prozessreifen Verfahren Anwendung. Nach Inkrafttreten des Gesetzes war ein Mailänder Verfahren gegen Berlusconi wegen Richterbestechung ausgesetzt worden. (nz)

