netzeitung.deAl Qaeda plant in Südamerika Anschläge

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Al Qaeda und Hisbollah haben laut einem Medienbericht in Südamerika über Anschläge auf die USA und Israel beraten. Argentinien warnt vor erhöhter Terrorgefahr.

Im Grenzgebiet zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay haben sich laut CNN Mitglieder von Al Qaeda und der libanesischen Hisbollah getroffen, um Attentate auf die USA und Israel zu planen. Der Sender beruft sich auf nicht näher bezeichnete Geheimdienstquellen.

Die Extremisten suchten demnach einen Ort aus, an dem sie sich vor Polizeikontrollen sicher glauben konnten: die Schmugglerhochburg Ciudad del Este. Das Dreiländereck gilt seit längerem als Unterschlupf für Kriminelle, die dort nahezu unbehelligt mit Drogen und Waffen handeln und schmutziges Geld waschen.

Brasilien und Paraguay wollen allerdings von einem Treffen islamistischer Extremisten nichts wissen. Er habe nie davon gehört, sagte der Polizeichef der brasilianischen Grenzstadt Foz do Iguazu, Joaquim Mesquita.

Der argentinische Geheimdienstchef Miguel Toma hatte dagegen vor zwei Wochen von «erhöhten terroristischen Umtrieben» in dem Gebiet gesprochen. Er könne sich vorstellen, dass von dort aus Aktionen gegen einen Irak-Krieg organisiert würden, sagte er nach Gesprächen mit CIA-Beamten in Washington.

Laut Geheimdienstkreisen in der Golfregion steht hinter den neuen Terrorplänen ein Mann namens Imad Mugnijeh, der demnach von Iran und den Hisbollah-Gebieten in Libanon aus operiert. Demnach sollen amerikanische und israelische Ziele attackiert werden, falls die USA Irak angreifen und Israel in den Konflikt hineingezogen wird.

Drahtzieher kommt von der Hisbollah
Mugnijeh wird verdächtigt, während der vergangenen 20 Jahre zahlreiche Anschläge organisiert zu haben. Er gilt als Drahtzieher eines Bombenattentats auf US-Marines in Beirut 1983 und eines Anschlags auf die israelische Botschaft in Buenos Aires.

Die argentinischen Behörden bringen Mugnijeh mit den radikal-islamischen Gruppen Hisbollah, Gamaa al Islamiah und Islamischer Dschihad in Verbindung. Laut CNN hat der Geheimdienst Hinweise darauf, dass Extremisten in Moscheen und Firmen in Argentinien aktiv sind.

Anti-Terror-Fahnder vermuteten in dem südamerikanischen Dreiländereck auch Hintermänner der Anschläge vom 11. September in den USA. Zehn Tage nach den Attentaten wurden bei Razzien in Paraguay etwa 20 Verdächtige gefasst, die meisten von ihnen wurden allerdings wieder freigelassen.

Der gesuchte Hisbollah-Aktivist Assad Achmed Barakat entkam bei einer anderen Razzia, laut den Ermittlern setzte er sich wahrscheinlich nach Brasilien oder Großbritannien ab. (nz)