08.03.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Im Gazastreifen hat die israelische Armee auch den stellvertretenden Kommandeur der palästinensischen Sicherheitskräfte getötet. Er ist der bisher ranghöchste Offizier, der bei israelischen Militärschlägen ums Leben kam. Thema: Nahost-Konflikt Hamas ...
Ungeachtet der neuen US-Vermittlungsinitiative hat die israelische Armee in der Nacht zum Freitag ihre Militärschläge gegen palästinensische Ziele verstärkt. Bei zwei Angriffen im Gazastreifen wurden 18 Palästinenser getötet, darunter ein Generalmajor der Sicherheitskräfte. Auch beim Vorstoß der Armee in Bethlehem im Westjordanland kamen zwei Palästinenser ums Leben.
Israelische Truppen rückten nach palästinensischen Angaben auf die Altstadt Bethlehems sowie Dörfer bei Chan Junis im Gazastreifen vor. Beim Vorstoß in das Dorf Hosaa seien 14 Palästinenser getötet worden, darunter Generalmajor Achmed Mefradsch. Er war stellvertretender Kommandeur der palästinensischen Sicherheitskräfte und ist damit der ranghöchste palästinensische Offizier, der bisher bei einem israelischen Angriff getötet wurde.
Bei der israelischen Militäraktion wurden zudem 35 Palästinenser verwundet. Vor dem Krankenhaus in Chan Junis versammelten sich hunderte bewaffneter Palästinenser und schworen Rache.
Israel: Aktionszentrum der TerroristenIsrael rechtfertigte die Aktion in Hosaa damit, dass der Ort «Aktionszentrum mehrerer Terrororganisationen» sei. Bei Hausdurchsuchungen seien mehrere Verdächtige verhaftet worden. Bei Tagesanbruch hätten sich die Truppen wieder zurückgezogen, hieß es weiter.
Hintergrund der israelischen Angriffe ist der Anschlag eines palästinensischen Extremisten auf eine jüdische Siedlung, bei dem am Donnerstag fünf Israelis umkamen. Der Attentäter wurde von Soldaten erschossen, so ein Militärsprecher.
US-Präsident George W. Bush hatte am Donnerstag angekündigt, den Nahost-Vermittler Anthony Zinni erneut in die Krisenregion zu schicken. (nz)