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Lupe Medizin-Nobelpreis geht an zwei Briten und einen Amerikaner

Den diesjährigen Nobelpreis für Medizin erhalten Leland Hartwell, Timothy Hunt und Paul Nurse. Das hat das Nobel-Kommitee jetzt bekannt gegeben. Thema: Nobelpreis Hartwell, Hunt und Nurse - Entdecker der Regulatoren des Zellzyklus «Entdeckungen mit ...

Die Schwedische Akademie der Wissenschaften wird in diesem Jahr dem US-Amerikaner Leland Hartwill und den Engländern Timothy Hunt und Paul Nurse den Nobelpreis für Medizin und Physiologie verleihen. Damit werden ihre Leistungen bei der Erforschung der Kontrolle des Zellzyklus gewürdigt.
Entdeckung von Schlüsselmolekülen
Alle Organismen sind aus Zellen aufgebaut, die sich durch Teilung vermehren. Ein erwachsener Mensch besteht aus ungefähr 100 000 Milliarden Zellen, die aus einer einzigen Zelle, der befruchteten Eizelle, entstanden sind. Auch beim erwachsenen Menschen teilen sich die Zellen ständig, um abgestorbene Zellen zu ersetzen. Damit sich eine Zelle teilen kann, muss sie an Größe wachsen, ihre Erbsubstanz kopieren und diese exakt auf die Tochterzellen verteilen. Dieser Prozess wird in dem sogenannten Zellzyklus koordiniert.

Die diesjährigen Nobelpreisträger in Physiologie oder Medizin haben die Steuerung des Zellzyklus untersucht. Sie konnten die Schlüsselmoleküle identifizieren, die den Zellzyklus kontrollieren. Diese funktionieren auf die gleiche Weise bei Hefepilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen. Diese fundamentalen biologischen Entdeckungen hätten, so das Noble-Kommitee in seiner Begründung, große Bedeutung für alles, was das Wachstum der Zellen betrifft. Die Forschungsergebnisse haben beispielsweise das Verständnis für die Veränderung der Erbmasse in den Krebszellen gefördert und neue Wege für zukünftige Behandlung von Krebserkrankungen erschlossen.

Zwei Millionen Mark
Seit 1901 werden die Nobelpreise jährlich vergeben, mit Ausnahme einiger Kriegsjahre. Deshalb kommt den Auszeichnungen zum 100-jährigen Jubiläum eine besonder symbolische Bedeutung zu. Den ersten Medizin-Nobelpreis hatte der Impfstoff-Pionier Emil von Behring bekommen. Das Stockholmer Kommitee ehrte ihn vor allem für seine Erfolge bei der Erforschung der Diphtherie. Wilhelm Conrad Röntgen war damals mit dem Preis für Physik ausgezeichent worden.

Alle Preise sind mit zehn Millionen schwedischen Kronen (etwa zwei Millionen Mark) dotiert. Am Dienstag sollen die Namen der Preisträger für Physik, am Mittwoch die für Chemie und Wirtschaftswissenschaften verkündet werden. Ein Termin für den Literatur-Nobelpreis steht noch nicht fest. An wen der diesjährige Friedensnobelpreis geht, soll am Freitag in der norwegischen Hauptstadt Oslo bekannt gegeben werden.

Nobels Nachlass
Der Schwede Alfred Nobel hatte durch seine Erfindung des Sprengstoffes Dynamit ein riesiges Vermögen angehäuft. Bei einer Explosion in seinem Labor kamen 1864 fünf Menschen ums Leben, unter ihnen Nobels jüngerer Bruder Emil. Den größten Teil seines Vermögens vermachte Nobel einem Fonds, aus dessen Zinserträgen jährlich diejenigen Menschen belohnt werden sollten, «die im abgelaufenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erwiesen haben.»

Nach seinem Tod 1896 dauerte es allerdings noch fünf Jahre, bis die ersten Preise vergeben werden konnten. Grund dafür waren Schwierigkeiten bei der Verwaltung und Aufteilung des Nachlasses. Nobel hatte nur einen sehr geringen Teil seines Vermögens seiner Familie vererbt.


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