myNZ - LoginProbeabo  |  Guided Tour  |  Login  
E-Mail an die Redaktion Wirtschaft

Zur Übersicht VISIONEN FÜR DEUTSCHLANDZur Titelseite
Zur Übersicht Arbeit und Beruf






 Titelseite
 Deutschland
 Ausland
 Wirtschaft
 Vermischtes
 Sport
 Entertainment
 Internet
 Feuilleton
 Wissenschaft
 Auto & Technik
Stellenmarkt
Executive Jobs
Seminarmarkt
Bewerbungs-
ABC
Vorstellungs-
gespräch
Existenz-
gründung
 Medien
 Wetter
 Reise


 NZ-Services
 · Executive Jobs
 · Podcast
 · RSS-Feed
 · Vorlagen/    Downloads
 · News per SMS
 · Leser Top 10
 · 24 Stunden
 · Stellenmarkt
 · Suche
 · Archiv
 weitere Services


 Verlagsbeilagen
 · Elitepartner
 » Verlagsbeilagen 


 Über uns
 Bilderschau
 NZ-Audio
 Stellenangebote
 Leserbriefe
 Mediadaten

Wirtschaftsweiser: «Ostdeutschland ist
bereits eine Sonderwirtschaftszone»
17. Apr 2004 13:11

Peter Bofinger
Foto: Uni Würzburg
Wirtschaftsminister Clement hat einem Bericht zufolge der Forderung nach einer Sonder-Wirtschaftszone Ost eine Abfuhr erteilt. Der Ökonom Bofinger wies darauf hin, dass die Ost-Löhne schon niedriger seien als die im Westen.
 
Die Debatte um eine Sonderwirtschaftszone Ost hält weiter an. Wie die «Berliner Zeitung» am Samstag berichtete, lehnt Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) eine spezielle Förderpolitik für die neuen Bundesländer ab.

Auf einer internen Expertenklausur seines Hauses in Bonn habe sich Clement stattdessen für «echten Bürokratieabbau in ganz Deutschland» ausgesprochen. Das bringe mehr als plakative Forderungen nach einem speziellen Arbeitsrecht Ost mit weniger Kündigungsschutz, staatlich organisierten Niedriglohnzonen oder Sonderwirtschaftszonen mit Niedrigsteuern, zitierte die Zeitung den Minister.

Thierse fordert innovative Arbeitsplätze

Mehr in der Netzeitung:
Unterstützung erhielt Clement von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der zugleich stellvertretender SPD-Chef ist. Im Hessischen Rundfunk lehnte Thierse ebenfalls Sonderwirtschaftszonen oder Niedriglohngebiete für Ostdeutschland ab. Eine «Sozialrevolution nach unten» dürfe es nicht geben. Entscheidend für den Aufbau Ost seien nicht schlecht bezahlte Arbeitsplätze, sondern innovative Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung, so Thierse.

Der Bundestagspräsident verlangte allerdings, die Ost-Förderung stärker auf «industrielle Wachstumskerne» zu konzentrieren, auch wenn deswegen mit «schmerzhaften Entscheidungen» zu rechnen sei. So werde es Abstriche bei der Infrastruktur in wirtschaftlich schwächeren Regionen geben müssen.

Pieper verlangt mehr Rechte für Ost-Länder

Für Sonderregeln im Osten hat sich indes die FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper ausgesprochen, die Landesvorsitzende ihrer Partei in Sachsen-Anhalt ist. In der Chemnitzer «Freien Presse» sprach sie sich dafür aus, in allen ostdeutschen Unternehmen die Tarifgebundenheit aufzuheben.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten je nach wirtschaftlicher Situation gemeinsam entscheiden, welche Löhne und Arbeitszeiten in den Unternehmen möglich und nötig seien, so Pieper. Nach ihrer Einschätzung ist die volle Tariffreiheit ein wirksamer Anreiz für Investitionen in den neuen Ländern, auch im strukturschwachen Hinterland der Wachstumskerne.

Auf dem Landesparteitag in Sachsen-Anhalt forderte die FDP-Politikerin zugleich mehr Rechte für die ostdeutschen Bundesländer: «Lasst die neuen Länder doch selbst entscheiden, ob sie befristet Bundesrecht aussetzen oder liberalisieren wollen, entkoppelt von Flächentarifvereinbarungen». Nur das schaffe Arbeitsplätze, sagte Pieper am Samstag in der Lutherstadt Eisleben. Dem Bund warf sie Konzeptlosigkeit beim Aufbau Ost vor: Mit Manfred Stolpe habe Kanzler Gerhard Schröder (beide SPD) «ausgerechnet den erfolglosesten Ministerpräsidenten zum Ostbeauftragten gemacht».

Bofinger: Löhne ohnehin schon niedriger

Skeptisch zu den Ideen einer Sonderwirtschaftszone Ost äußerte sich der Wirtschaftsexperte Peter Bofinger. Der Wirtschaftsweise erinnerte in der «Berliner Zeitung» daran, dass in den neuen Ländern durchschnittlich bereits heute die Löhne nur auf rund zwei Drittel des Westniveaus lägen. «Es wird länger gearbeitet, der Tarifvertrag spielt für die meisten Unternehmen keine Rolle. Dazu gibt es kräftige Investitionszulagen. Kurz: Ostdeutschland ist bereits eine Sonderwirtschaftszone», sagte Bofinger.

Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Osten schlug der Ökonom vor, die Verdienstgrenze für Minijobs von 400 auf 800 bis 1200 Euro heraufzusetzen. Die Einnahmeausfälle für die Sozialkassen sollten durch Subventionsabbau und eine höhere Mehrwertsteuer gegenfinanziert werden. Von einer weiteren Lohnsenkung hält Bofinger nichts: Dann wanderten unter Umständen die qualifizierten Arbeitskräfte ab. (nz)



« Mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ressort VISIONEN FÜR DEUTSCHLAND
Drucken
Artikel versenden

NZ-Suche
 


Anzeige

zum Seitenanfang


Titelseite | Deutschland | Ausland | Wirtschaft | Vermischtes | Sport | Entertainment | Internet
Feuilleton |  Wissenschaft | Auto & Technik | Arbeit & Beruf | Medien | Wetter | Reise | Spezial | Suche
Podcast | RSS-Feed | NZ-Mobil | Die letzten 24h | Desktop-Schlagzeilen | Newsletter
Leserbriefe | Leser Top 10 | Über uns
 

Chefredakteure: Michael Angele und Matthias Ehlert  |  Impressum  |  Mitarbeiter  |  Kontakt  |  Mediadaten  |  Audio-News
 
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2007 NZ Netzeitung GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.