Franchising braucht ein besseres Image
12.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Im Franchising steckt viel Potenzial für neue Jobs. Um dieses Potenzial zu nutzen, müssen nach Ansicht der Universität Mainz aber noch viele Hürden abgebaut werden.
Franchising wird dem deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten fünf Jahren 200.000 neue Jobs bringen. Davon geht das Forschungsinstitut für Wirtschaftspolitik der Universität Mainz in einem Gutachten aus, das am Freitag vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) in Berlin veröffentlicht wurde. Diese Zahl könnte nach Ansicht der Gutachter allerdings noch höher liegen - vorausgesetzt, bisherige «Wachstumshemmnisse» würden abgebaut.
Franchise-Branche wuchs überproportional Die Universität hatte im Auftrag des BMWA das Wachstums- und Beschäftigungspotenzial der deutschen Franchise-Wirtschaft untersucht. Den Angaben zufolge ergab das Gutachten, dass die Franchise-Branche in den vergangenen Jahren verglichen mit der Gesamtwirtschaft überproportional gewachsen sei. Von 1995 bis 2002 habe die Beschäftigtenzahl um durchschnittlich 6,5 Prozent im Jahr zugenommen, hieß es weiter.
Die Gutachter führten die wachsende Bedeutung des Franchising auf den verschärften Wettbewerb zurück. Schrumpfende Verdienstspannen und die Konzentration der Märkte mache die Netzwerkbildung für viele mittelständische Unternehmen zu einer attraktiven Möglichkeit.
Einheitliches Qualitätssiegel gefordert«Bestehende Wachstumshemmnisse» verhinderten jedoch, dass das Potenzial der Branche ausgereizt werde. So sprachen sich die Gutachter dafür aus, die Handwerksordnung weiter zu liberalisieren, die Kreditvergabe an Franchise-Nehmer effizienter zu gestalten, Franchise-Geber mithilfe eines einheitlichen Qualitätssiegels zu bewerten und das Image der Branche zu verbessern.
Diese Vorschläge prüfe das Ministerium derzeit, hieß es aus Berlin. Über die Umsetzung der Empfehlungen werde das BMWA «in Kürze» mit Verbänden und Banken sprechen. Zur Imageverbesserung würden das Ministerium, die Verbände sowie die Industrie- und Handelskammern bereits im Herbst eine Informationskampagne starten. (nz)