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Frauen sind Gründer, keine Führer

17. Apr 2007 15:50
Einst Vorzeige-Vorstand: Schering-Vorstandsmitglied Karin Dorrepaal war die einzige Frau im Vorstand eines Dax-Unternehmens.
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An fast jeder dritten Firmengründung sind Frauen beteiligt. Auch im Management ist ihr Anteil in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen - doch noch immer ist Deutschland unterdurchschnittlich.

Fast ein Drittel aller Unternehmensgründer in Deutschland waren im vergangenen Jahr Frauen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, waren 30 Prozent aller Firmenmitbegründer weiblich. Bei Nebenerwerbsbetrieben lag der Anteil der Gründerinnen sogar bei 40 Prozent. Allerdings waren bei denjenigen neuen Betrieben, die «größere wirtschaftliche Bedeutung» haben, nur 18 Prozent der Mitgründer Frauen.

Frauen spielen in der deutschen Wirtschaft ohnehin eine immer wichtigere Rolle: Der Anteil der Managerinnen am Führungspersonal hat sich zwischen 1995 und 2007 um 7,2 Punkte auf 15,4 Prozent fast verdoppelt, wie der Wirtschafts- Informationsdienst Hoppenstedt in Darmstadt nach der Auswertung von 225.000 Unternehmensdaten mitteilte. Das sei ein kontinuierlicher Zuwachs - «allerdings in vergleichsweise kleinen Schritten» und auf einem sehr niedrigen Ausgangsniveau beginnend.

Managerinnen-Anteil fällt mit Firmengröße

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Zudem liege der Frauenanteil hierzulande deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 22 Prozent, hieß es. Im internationalen Vergleich liegen vor allem asiatische Länder wie die Philippinen und Thailand weit vorn. Aber auch in der EU ist der Managerinnenanteil mit 17 Prozent deutlich höher als in Deutschland.

Der Anteil von Managerinnen falle hierzulande umso höher aus, je kleiner die Unternehmen sind. Bei Großunternehmen liege die Frauenquote im Management bei 11,8 Prozent, während klein- und mittelständische Unternehmen hier einen Anteil von rund 17 Prozent aufwiesen, hieß es. In Kleinunternehmen seien sogar mehr als ein Drittel der Manager in der zweiten Führungsebene weiblich.

Frauen in oberster Führung dünn gesät

Die Chefsessel selbst sind aber nach wie vor fast ausschließlich in Männerhand, wie Hoppenstedt herausfand: Von rund 10.000 Vorständen großer deutscher Unternehmen sind nur etwa 300 Frauen – das entspricht drei Prozent. In Großunternehmen liege der Anteil von Frauen im Spitzen-Management lediglich bei 7,5 Prozent. Kaum besser sehe es mit 9,4 Prozent im Mittelstand und 11,9 Prozent in Kleinunternehmen aus.

Die Studie zeigte auch: Während Managerinnen in Branchen wie Bergbau, Energiewirtschaft und Versicherung immer noch rar sind, dominieren Frauen in der Bekleidungsindustrie, im Einzelhandel und in Dienstleistungsfirmen. Allerdings: Auch im Bauhauptgewerbe – eigentlich eine klassische Männerdomäne – liegt der Frauenanteil im Management mit 14 Prozent in der Nähe des Durchschnittswerts. (nz)

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