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Lupe Hisbollah-Chef fühlt sich im Stich gelassen

Hisbollah-Führer Nasrallah hat sich über mangelnde Hilfe durch die Libanesen beschwert. Die Mehrheit habe seiner Miliz während des Konflikts einen «Dolchstoß» versetzt.

Der Führer der radikal-islamischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, hat die fehlende Unterstützung seiner Miliz durch die libanesische Bevölkerung beklagt. Während die Hisbollah im Juli die «heftigste Schlacht» gegen Israel führte, habe die anti-syrische Mehrheit im Land der Hisbollah «einen Dolchstoß in den Rücken» versetzt, sagte Scheich Hassan Nasrallah am Dienstag im arabischen Fernsehsender Al-Dschasira. Manche israelischen Medien «behandelten uns fairer als einige dieser (anti-syrischen) Politiker und deren Medien».
Der Hisbollah-Chef attackierte auch Ministerpräsident Fuad Siniora. Es sei ein Fehler Sinioras und der mit ihm verbündeten Politiker gewesen, während des Konflikts mit Israel die Gefühle der Menschen, die getötet, verwundet oder aus ihren Häusern vertrieben wurden, zu verletzen. «Es gab den Versuch, die Anhänger der Hisbollah zu demütigen, ihnen einen Dolchstoß zu versetzen und sie zu provozieren.»

Kritiker «Partner» von Israel
Das schiitische Oberhaupt bezog sich offenbar auf politische Parteien, die ihm vorgeworfen hatten, mit der Entführung zweier israelischer Soldaten die Offensive provoziert zu haben. Seine Kritiker seien Israels «Partner» im Kampf gegen seine Organisation gewesen, sagte Nasrallah.

Anlass für die Äußerungen des Hisbollah-Chefs war der Empfang des britischen Premierministers Tony Blair am Montag in Beirut. «Wenn Tony Blair zu einem Besuch im Libanon eingeladen wurde, so ist das eine nationale Katastrophe.« Nasrallah warf der libanesischen Regierung unverantwortliches Verhalten vor.

Die schiitischen Minister im Kabinett hatten das Treffen mit dem britischen Premier boykottiert. Gleichzeitig demonstrierten 2000 Hisbollah-Anhänger gegen Blair und dessen angeblich einseitig pro-israelische Haltung. Ein Parlamentsabgeordneter der Hisbollah forderte auf der Kundgebung den Rücktritt der libanesischen Regierung. (nz)