netzeitung.deFrauen bei Firmen-Nachfolge meist übergangen

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Ursula von der Leyen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ursula von der Leyen
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Bei der Übergabe in Familien-Firmen wird nur sehr selten der Tochter eine Chance gegeben. Familien-Ministerin von der Leyen appellierte an die Frauen, nachdrücklicher ihren Anspruch zu erheben.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat an Familienunternehmen appelliert, bei der Firmennachfolge die Frauen nicht zu vernachlässigen. «Töchter können Unternehmen genauso gut führen wie Söhne», sagte von der Leyen am Freitag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie, wonach bei der Übergabe von Familien-Unternehmen Töchter meist übergangen werden.
Oft nur im Notfall
Töchter sollten «viel häufiger erste Wahl» sein, sagte von der Leyen. Unternehmen müssten nach den Prinzipien der Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit übergeben werden. Die Studie hatte ergeben, dass nur etwa jedes zehnte Firma von einer Frau übernommen wird. Dabei sind Töchter, wenn sie denn die Chance bekommen, der Studie zufolge ebenso erfolgreich als Geschäftsleiter wie Söhne.

Viele mittelständische Betriebe seien noch immer von patriarchalischen Strukturen geprägt, heißt es in der Studie. Nicht wenige Töchter gelangen demnach nur in Notfällen in die Geschäftsleitung. Dabei beeindruckten Frauen in leitenden Positionen oft durch ihren Führungsstil.

350.000 Übergaben bis 2011
94,5 Prozent der rund 3,2 Millionen Firmen in Deutschland sind nach Angaben des Familienministeriums Familienunternehmen. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung stehen in den kommenden fünf Jahren jährlich 70.000 Übergaben bevor.

«Töchter sollten sehr viel frühzeitiger und nachdrücklicher ihren Anspruch auf eine Nachfolge erheben», sagte von der Leyen. Nur so hätten sie eine reelle Chance gegen Brüder oder Ehemänner. Zugleich nannte es die Ministerin aber auch eine Aufgabe der Politik, die Unternehmens-Nachfolge als spezielle Form der Existenzgründung auch für Frauen attraktiv zu machen. (nz)