netzeitung.deAbwärtstrend bei Gründungen abgeschwächt

 Herausgeber: netzeitung.de

Der jahrelang rückläufige Trend bei Unternehmensgründungen in Deutschland hat sich einer Studie zufolge abgebremst. Dabei gibt es noch teils klare Unterschiede zwischen Ost und West.

Der seit 1999 rückläufige Trend bei Unternehmensgründungen in Deutschland hat sich zuletzt abgeschwächt. Einer Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zufolge blieb die Zahl der Gründungen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2001 nahezu konstant.

Wie die Forscher am Mittwoch berichteten, hat sich dabei die Zahl der Gründungen in Westdeutschland kaum geändert. In Ostdeutschland sei sie noch einmal gesunken, allerdings mit knapp drei Prozent deutlich geringer als noch ein Jahr zuvor. Vor allem im produzierenden Gewerbe setzte sich den Angaben zufolge der Abwärtstrend fort. In diesem Bereich nahm die Zahl der Neugründungen in Westdeutschland um mehr als fünf Prozent, in Ostdeutschland um etwa 8,5 Prozent ab.

Meiste Neugründungen im Handel
Auch bei den unternehmensnahen Dienstleistungen hätten die Gründungszahlen im Vorjahresvergleich abgenommen, vor allem in Westdeutschland, teilte das ZEW weiter mit. In der Gruppe mit dem größten Anteil an allen Gründungen, den konsumnahen Dienstleistungen, sei das Gründungsaufkommen nahezu konstant geblieben. Hier zeigte sich aber ein deutlicher Unterschied zwischen Ost und West: Während in den alten Bundesländer die Neugründungen um zwei Prozent zunahmen, gingen sie in den neuen Ländern um 3,5 Prozent zurück.

Der Bereich Handel entwickelte sich dem ZEW zufolge am besten. Hier seien im vergangenen Jahr 3,5 Prozent mehr Unternehmen gegründet worden als im Vorjahr. Allerdings könnten die steigenden Gründungszahlen in diesem Segment auch «Ersatzangebote» für Marktaustritte widerspiegeln, so die Forscher, denn wenn ein Ladengeschäft schließe, könnten die Räume meist ohne allzu großen Aufwand von einem neuen Händler bezogen werden. (nz)