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Gute Ausbildung sichert Beschäftigung im Alter
15. Feb 2005 14:56

Wer besser qualifiziert ist, findet nicht nur leichter eine Stelle. Er hat einer Studie zufolge auch später größere Chancen, jenseits der 55 beschäftigt zu haben.
 
Eine gute schulische und berufliche Bildung sichert die Beschäftigungschancen von Älteren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen, die zu Wochenbeginn vorgestellt wurde. Eine gute Qualifikation sei mittlerweile nicht nur «Eintrittsticket» für den Arbeitsmarkt, sondern längst auch «Voraussetzung für die Verlängerung der 'Aufenthaltsberechtigung' im Beschäftigungssystem», befand das IAT.

Quote bei Ausländern besonders niedrig

Mehr in der Netzeitung:
Wer besser qualifiziert ist, habe später größere Chancen, nach dem 55. Lebensjahr beschäftigt zu bleiben. Der Studie zufolge liegt in Deutschland die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen bei Männern mit hoher Qualifikation bei 61,4 Prozent, mit mittlerer Qualifikation bei knapp 45 Prozent und mit niedriger Qualifikation bei 34 Prozent. Dieselbe Tendenz – wenn auch bei niedrigeren absoluten Quoten – zeigt sich auch bei Frauen.

Besonders niedrig sei die Erwerbsbeteiligung bei in Deutschland lebenden Ausländern: So seien etwa nur noch 20 Prozent aller türkischen Männer zwischen 50 und 64 Jahren beschäftigt. Bei türkischen Frauen sind es kaum mehr als zehn Prozent. Bei ihnen häufen sich verschiedene Risiken wie niedrige Qualifikation und vorherige Beschäftigung in Krisenbranchen und auf einfachen Arbeitsplätzen.

«Langjährige Vorruhestandspraxis»

In allen 15 Ländern der alten EU steigen die Beschäftigungsquoten sowohl der 25- bis 44-Jährigen als auch der 55- bis 64-Jährigen mit dem Qualifikationsniveau, wie das IAT weiter mitteilte. «Nicht zuletzt die langjährige Vorruhestandspraxis hat dazu beigetragen, dass in Deutschland, aber auch Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Belgien vor allem geringer Qualifizierte über 55 Jahre keine Beschäftigung mehr nachgehen.»

Allerdings habe sich die «Kultur des vorzeitigen Ruhestandes» in diesen Ländern auch auf die Personen mit mittlerer Qualifikation ausgebreitet, während die hoch Qualifizierten zwischen 55 und 64 Jahren zumeist noch sehr hohe Beschäftigungsquoten aufwiesen, erläuterte IAT-Arbeitsmarktforscher Sebastian Schief.

Schweden als Vorbild

Demnach liegt bei den gering und mittel Qualifizierten die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland um mehr als die Hälfte unter der der 45- bis 54-Jährigen. Das EU-Ziel einer Beschäftigungsquote für Ältere von 50 Prozent werde in Deutschland nur bei der relativ kleinen Gruppe der hoch qualifizierten Männer zwischen 55 und 64 Jahren erreicht. Schweden erreiche diese Quote für Männer und Frauen in allen Qualifikationsgruppen und neben Portugal als einziges EU-Land auch bei den gering qualifizierten Frauen.

Das IAT weist zugleich darauf hin, dass gering Qualifizierte – auch wenn sie früher in Rente gehen – damit nicht unbedingt eine kürzere Lebensarbeitszeit aufweisen. Die gering qualifizierten 55- bis 64-Jährigen hätten in Deutschland im Durchschnitt 3,3 Jahre früher als hoch Qualifizierte eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. (nz)



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