Handwerk will Ich-AGs nicht weiter finanzieren
27.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Handwerkspräsident Dieter Philipp
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Handwerksverband-Präsident Philipp fordert die Abschaffung der Ich-AGs. Das Handwerk unterstützte mit seinen Sozialbeiträgen die eigene Konkurrenz, die ihnen dann mit subventionierten Preisen die Aufträge streitig machten.
Geht es nach dem Willen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), sollen die Ich-AGs für Existenzgründer nicht weiter finanziert werden. In der Chemnitzer «Freien Presse» vom Donnerstag monierte ZDH-Präsident Dieter Phillip die hohen Kosten der Ich-AGs. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres habe die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Kleinstunternehmen rund 259 Millionen Euro ausgegeben. 2004 müsse wegen der Ich-AG-Welle mit Beträgen bis zu einer Milliarde Euro gerechnet werden, sagte Philipp dem Blatt.
Nurz zehn Prozent überstehen das erste JahrDabei überstünden gerade einmal zehn Prozent Existenzgründer das erste Förderjahr, sagte Philipp weiter. «Viele sehen in der Existenzgründung nichts anderes als eine Verlängerung des Anspruchs für ihr Arbeitslosengeld», kritisierte ZHD-Chef Philipp. Das Handwerk sehe sich in seiner von Beginn an vorgebrachten Kritik bestätigt, «dass die Ich-AGs nur ein beschäftigungspolitisches Strohfeuer sind, das den Beitragszahlern teuer zu stehen kommt».
Die Handwerksunternehmen unterstützten mit ihren Sozialbeiträgen die eigene Konkurrenz, die ihnen dann mit subventionierten Preisen die Aufträge streitig machten, argumentierte der ZDH-Chef. «So werden keine Arbeitsplätze geschaffen, sondern bestehende gefährdet», sagte Philipp.
Wer sich aus der Arbeitslosigkeit selbständig macht, erhält dafür staatliche Zuschüsse. Die Existenzgründer bekommen im ersten Jahr monatlich mit 600 Euro, im zweiten Jahr mit 360 Euro und im dritten Jahr mit 240 Euro. Bei der Förderung prüft die BA nicht das Geschäftskonzept der Gründer. (nz)