Neue Jobs entstehen zuerst im IT- und Medienbereich24. Nov 2003 16:54Nach Ansicht von Unternehmensberatern wird sich die Wirtschaft im kommenden Jahr erholen. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es die größten Chancen im Computer- und Dienstleistungsbereich.
Die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland sind «spür- und greifbarer geworden». Das ist das Ergebnis der Herbstumfrage des Bundes deutscher Unternehmensberater (BDU), die am Montag in Bonn vorgestellt wurde. Demnach schätzen zwar noch immer 45,8 Prozent der befragten Unternehmensberater die derzeitige Lage als «schlecht oder sehr schlecht» ein. Das hatten allerdings im Frühjahr noch 58 Prozent und vor einem Jahr sogar noch 67 Prozent der Befragten geantwortet.
Mit 60,2 Prozent rechnet den Angaben zufolge zwar noch immer die Mehrheit der Befragten mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen. Allerdings hatten hier bei der Frühjahrsumfrage 2003 noch 85,1 Prozent der Unternehmensberater pessimistisch gezeigt. Vor einem Jahr waren es sogar noch 88 Prozent gewesen.
Neue Jobs entstehen im IT-Bereich
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Ein Viertel der befragten Berater gehen den BDU-Angaben zufolge davon aus, dass die Beschäftigungssituation gleich bleiben wird. Im Frühjahr hatten noch 8,7 Prozent diese Meinung geäußert. Chancen auf «etwas mehr bzw. mehr Arbeitsplätze» sehen inzwischen 15 Prozent der Befragten. Das sind fast dreimal so viele wie die 5,6 Prozent in der zurückliegenden Frühjahrsumfrage.
Dabei bestehen Aussichten auf neue Arbeitsplätze in den kommenden sechs Monaten vor allem im so genannten TIMES-Bereich, der die Branchen Informationstechnologie (IT), Medien und Verkehr umfasst. Auch im gesamten Dienstleistungsbereich würden die Aussichten auf neue Arbeit besser, wie es weiter hieß. Schlecht sieht es nach Einschätzung der Unternehmensberater hingegen für die Kredit- und Versicherungsbranche sowie die Bauwirtschaft aus.
«Für den richtigen Dünger sorgen»BDU-Präsident Remi Redley sagte, es gelte jetzt «die ersten zarten Wurzeln des Aufschwungs zu stärken und für den richtigen Dünger zu sorgen». Er forderte, die Parteien müssten ihre «parteistrategischen Spielchen hinten anstellen, die angekündigten Reformen umsetzen und damit endlich die notwendige Planungssicherheit für die deutsche Wirtschaft schaffen».
Für das Stimmungsbarometer befragt der BDU eigenen Angaben zufolge zweimal im Jahr – jeweils im Herbst und Frühjahr – rund 1200 Berater aus den Mitgliedsgesellschaften des Verbandes. Sie sollen dabei ihre Einschätzung unter andrem für die Ergebnis- und Umsatzentwicklung sowie für die Beschäftigungssituation in zehn Branchen für die kommenden sechs Monate nennen. (nz)