Heimweh sollte für einen Fernfahrer am besten ein Fremdwort sein: Der Trucker übernachtet meist auf Rastplätzen in seiner Fahrerkabine und sieht Familie und Freunde tage- oder sogar wochenlang nicht. «Wer im Fernverkehr unterwegs ist, hat meistens nur den Sonntag für seine Familie Zeit», sagt der ehemalige Lkw-Fahrer Sebastian Hohm. «Zwar ist die Bezahlung besser geworden, aber man gibt auch fast sein gesamtes Privatleben dafür auf», zieht der 31-Jährige Bilanz, der aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben musste. Wer sich aber dazu entschließt, aus dem Lkw sein zweites Zuhause werden zu lassen, braucht sich um seine berufliche Zukunft wenig zu sorgen. «Das ist das Tolle an dem Beruf: Wer einen Ausbildungsplatz hat, der wird übernommen», sagt Brätsch. Der hohe Bedarf an qualifizierten Fahrern hat dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) in Köln zufolge verschiedene Gründe: Einerseits wächst der Güterverkehr kräftig, andererseits scheiden viele Fahrer altersbedingt aus. (Friederike Albrecht, dpa)