Souverän zum ersten Job:
Wie Jugendliche Bewerbungsgespräche meistern
14.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bei Bewerbungsgesprächen zählt letztlich der Eindruck, den der Arbeitgeber gewinnt. Wer souverän wirkt, punktet. «Am leichtesten hat es der, der gute Noten mit sicherem Auftreten verbindet», sagt Annedore Bröker. Die Gewichtung hängt natürlich auch vom jeweiligen Beruf ab. Im Labor oder in Handwerksberufen sei der gekonnte Auftritt weniger wichtig als in Branchen mit täglichem Kundenkontakt.
Sich diese Fragen rechtzeitig zu überlegen, empfiehlt auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Bewerber sollten begründen können, warum sie sich für den Beruf entschieden haben und warum sie der Richtige dafür sind. Hilfreich sei, vorher noch einmal in den Bewerbungsunterlagen nachzuschauen, was man dort über die eigenen Interessen, Lieblingsschulfächer und Hobbys geschrieben hat. Ideal ist es, wenn man eine Brücke zu dem Ausbildungsbetrieb schlagen kann.
«Ganz schlecht kommt an, wenn der Jugendliche sagt «Eigentlich wollte ich ja was ganz anderes»», warnt Alexander Legowski, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. «Oder wenn er darauf hinweist, dass er nur gekommen ist, weil ihn die Arbeitsagentur geschickt hat.» So selten seien diese Fälle nicht, in denen Ausbildungsplatzsuchende sich gleich durch solche Sprüche alle Chancen nehmen.
Der richtige Ansatz sei dagegen, vor dem Bewerbungsgespräch mit Leuten zu sprechen, die einem Tipps geben können. «Das kann ein Kumpel sein, der eine Lehre macht, oder der Onkel, der einen Betrieb hat», sagt Legowski. Von denen können Jugendliche erfahren, worauf es bei der Suche nach einer Lehrstelle ankommt und wie sie sich im Vorstellungsgespräch von ihrer besten Seite zeigen. «Es kann auch nicht schaden, wenn sich die Eltern zusammen mit dem Jugendlichen Gedanken machen», so der ZDH-Sprecher. «Sie sollten ihn ruhig drängen, sich über den Betrieb zu erkundigen.»
Denn wer durch Ahnungslosigkeit auffällt, kann nur verlieren. Wer hingegen schon weiß, was genau hergestellt wird oder welche Dienstleistungen die Firma anbietet, welche Standorte es gibt oder wie viele Mitarbeiter, kann genauer nachfragen. «Fast jeder Zehn-Mann-Betrieb hat heute eine Homepage», sagt Legowski. «Das ist doch ganz einfach, im Internet mal nachzugucken.» Klappt das nicht, könne man über die Innung oder die Kreishandwerkerschaft gehen und sich da erkundigen. Auch bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle gilt: Gut informiert ist halb gewonnen. (dpa)

