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Souverän zum ersten Job: 

Wie Jugendliche Bewerbungsgespräche meistern

14. Apr 2008 11:23
Gut vorbereitet ist halb gewonnen
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Die Einladung zum möglichen neuen Arbeitgeber ist für junge Menschen eine Herausforderung. Vieles kann schief gehen – besonders, wenn man unvorbereitet oder nervös ins Gespräch mit dem Personalchef geht.

Auch viele Erwachsene haben vor einem Bewerbungsgespräch ein mulmiges Gefühl, für Jugendliche aber ist das ein noch deutlich größerer Brocken. Gerade bei Schulabgängern, für die diese Situation ganz neu ist, kann dann vieles falsch laufen. Mit etwas Vorbereitung lassen sich etliche Fettnäpfchen aber vermeiden und die Chancen auf eine Zusage deutlich erhöhen.

«Bewerbungsgespräche sind schon eine hohe Hürde», sagt Annedore Bröker, Beraterin bei der Arbeitsagentur in Hamburg. «Für die schriftlichen Unterlagen können sich die Jugendlichen Hilfe suchen. Das ist etwas einfacher.» In das Vorstellungsgespräch müssen sie aber alleine. «In der Situation waren die meisten noch nie.» Nervosität ist dabei ganz normal. «Man kann das ruhig offen ansprechen und sagen, dass man sehr aufgeregt ist», rät Bröker. «Nur ein paarmal tief durchatmen wirkt nicht immer.»

Bei Bewerbungsgesprächen zählt letztlich der Eindruck, den der Arbeitgeber gewinnt. Wer souverän wirkt, punktet. «Am leichtesten hat es der, der gute Noten mit sicherem Auftreten verbindet», sagt Annedore Bröker. Die Gewichtung hängt natürlich auch vom jeweiligen Beruf ab. Im Labor oder in Handwerksberufen sei der gekonnte Auftritt weniger wichtig als in Branchen mit täglichem Kundenkontakt.

Stichwort: Tipps für das Vorstellungsgespräch
Wichtig ist Kleidung, die zu dem Anlass passt. Sie sollte sauber und ordentlich sein, der Bewerber muss sich darin aber auch wohlfühlen.

- Während des Gesprächs sollte der Bewerber ganz normal sitzen und seinem Gesprächspartner in die Augen schauen.

- Gut wirkt, den Gesprächspartner ausreden zu lassen und möglichst frei von sich selbst zu erzählen. Schlecht ist, Fragen nur ganz knapp zu beantworten oder ohne Punkt und Komma zu reden.

- Wer etwas nicht verstanden hat, sollte ruhig nachfragen. Auch damit zeigt man Interesse.

- Die falsche Strategie ist, sich zu verstellen oder etwas zu versprechen, das man nicht halten kann.

- Die Einstellung «Ich muss die Stelle unbedingt kriegen» hilft nicht weiter. Besser ist, sich zu sagen «Toll, dass ich es so weit geschafft habe, und wenn ich die Stelle nicht bekomme, dann versuche ich es eben noch einmal».

In keinem Fall kann es schaden, sich auf die Situation vorzubereiten - zum Beispiel, indem man das Bewerbungsgespräch zu Hause einmal durchspielt. «Das hilft, etwas ruhiger zu werden und nimmt einem die Angst», sagt Bröker. Einen guten Eindruck macht so gut wie immer, wenn man überzeugend erklären kann, was einen an dem Beruf reizt und warum man sich gerade für den Betrieb interessiert, bei dem man sich bewirbt.

Sich diese Fragen rechtzeitig zu überlegen, empfiehlt auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Bewerber sollten begründen können, warum sie sich für den Beruf entschieden haben und warum sie der Richtige dafür sind. Hilfreich sei, vorher noch einmal in den Bewerbungsunterlagen nachzuschauen, was man dort über die eigenen Interessen, Lieblingsschulfächer und Hobbys geschrieben hat. Ideal ist es, wenn man eine Brücke zu dem Ausbildungsbetrieb schlagen kann.

«Ganz schlecht kommt an, wenn der Jugendliche sagt «Eigentlich wollte ich ja was ganz anderes»», warnt Alexander Legowski, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. «Oder wenn er darauf hinweist, dass er nur gekommen ist, weil ihn die Arbeitsagentur geschickt hat.» So selten seien diese Fälle nicht, in denen Ausbildungsplatzsuchende sich gleich durch solche Sprüche alle Chancen nehmen.

Der richtige Ansatz sei dagegen, vor dem Bewerbungsgespräch mit Leuten zu sprechen, die einem Tipps geben können. «Das kann ein Kumpel sein, der eine Lehre macht, oder der Onkel, der einen Betrieb hat», sagt Legowski. Von denen können Jugendliche erfahren, worauf es bei der Suche nach einer Lehrstelle ankommt und wie sie sich im Vorstellungsgespräch von ihrer besten Seite zeigen. «Es kann auch nicht schaden, wenn sich die Eltern zusammen mit dem Jugendlichen Gedanken machen», so der ZDH-Sprecher. «Sie sollten ihn ruhig drängen, sich über den Betrieb zu erkundigen.»

Denn wer durch Ahnungslosigkeit auffällt, kann nur verlieren. Wer hingegen schon weiß, was genau hergestellt wird oder welche Dienstleistungen die Firma anbietet, welche Standorte es gibt oder wie viele Mitarbeiter, kann genauer nachfragen. «Fast jeder Zehn-Mann-Betrieb hat heute eine Homepage», sagt Legowski. «Das ist doch ganz einfach, im Internet mal nachzugucken.» Klappt das nicht, könne man über die Innung oder die Kreishandwerkerschaft gehen und sich da erkundigen. Auch bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle gilt: Gut informiert ist halb gewonnen. (dpa)


 
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