In diesem Jahr wird die Kommission einen entsprechenden Vorschlag machen. Fachleute rechnen damit, dass das Projekt 2012 startet. «Das ist wirklich großartig. Das bedeutet eine große Zukunft für das europäische Bildungssystem», urteilt Bastiaens über ECVET. «Wir wollen die Mehrsprachigkeit fördern, um etwas für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen zu tun», sagt der EU-Bildungskommissar Jan Figel. Die wichtigste Botschaft lautet: Neben Englisch sollen Studenten oder junge Arbeitnehmer mindestens noch eine weitere Sprache lernen. «Englisch allein ist in Zukunft kein Wettbewerbsvorteil mehr», meint die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave.
Auch Pächnatz hat das erkannt. Die junge Frau denkt bereits an weitere Auslandsaufenthalte. «Ich habe schon registriert, dass man hier in Antwerpen bessere Möglichkeiten hat», sagt Pächnatz. Für sie steht bereits fest, dass sie nach dem Ausbildungsende 2009 International Business studieren will. Ein Erasmus-Semester in Spanien ist da bereits eingeplant.
Doch deutsche Experten sehen bei den EU-Plänen zum europäischen Arbeitsmarkt auch Probleme. Brüsseler Diplomaten sind sich sicher, dass Unternehmen wie Nokia irgendwann komplett außerhalb der EU produzieren werden, weil die Kosten auch in Rumänien zu hoch werden. Sie fragen daher zugespitzt: «Was will die EU mit einem europäischen Arbeitsmarkt, wenn sie keine Industrie mehr hat?» (Carsten Lappe, dpa)